Reiseverkehrskaufmann Manfred Homburg hört auf

Von einem, der Urlaube machte

Ihn führte seine weiteste Reise bis nach Australien: Manfred Homburg arbeitete über vier Jahrzehnte im Reisebüro. Foto: Poppe

bad hersfeld. Er hat schon halb Bad Hersfeld in den Urlaub geschickt. Unzählige Kunden beriet Reiseverkehrskaufmann Manfred Homburg in den vergangenen vier Jahrzehnten bei der Planung ihrer Reisen, buchte Flüge, Fähren und Ferienhäuser.

Als der 59-Jährige am 1. August 1968 im Reisebüro Krug mit seiner Ausbildung begann, war der Beruf noch richtige Handarbeit. „Den ersten Computer am Arbeitsplatz hatte ich erst um 1980 herum. Wollte ein Kunde davor einen Flug buchen, musste man erst in einem dicken Buch die passende Verbindung heraussuchen und trug dann mit der Hand Name und Abreisedatum in Flugschein-Vordrucke ein“, erinnert sich Manfred Homburg an die ersten Jahrzehnte in seinem Berufsleben.

Ruhpolding und der Iran

Auch das Reisen an sich habe sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Sei in den Siebzigern zum Beispiel das oberbayrische Ruhpolding ein beliebtes Urlaubsziel gewesen, ziehe es die Menschen heute an immer entlegenere und exotischere Orte, erzählt der gebürtige Bad Hersfelder.

Bei ihm selber stellte sich die Lust am Unterwegssein mit dem Beruf ein. Seine weiteste Reise führte ihn nach Australien und die gefährlichste in den Iran, kurz vor der islamischen Revolution 1979. „Das war schon sehr abenteuerlich, alle 50 Meter standen Soldaten in den Straßen“, schildert Manfred Homburg seine Erlebnisse.

Einen Favoriten könne er unter seinen vielen Reisezielen, zu denen auch fast alle Länder Europas sowie besonders die West- und Ostküste der USA zählen, indes nicht ausmachen. „Ich habe mich bemüht möglichst viel mit eigenen Augen zu sehen, um meine Kunden gut beraten zu können“, erklärt der Reiseverkehrskaufmann.

Das Teuerste, was er bisher für Kunden buchte, war eine alle Kontinente umfassende Weltreise. „Die mehrmonatige Vorbereitung war natürlich etwas Besonderes“, schwärmt Manfred Homburg, der im November dieses Jahres in den Ruhestand geht. Doch sei es vor allem die tägliche Herausforderung gewesen, für Kunden etwas Tolles zu planen, an der er die ganze Zeit über viel Spaß hatte.

Koffer ungepackt

Zwar ist er sich auch nach 42 Arbeitsjahren sicher, dass er den Beruf immer wieder ergreifen würde, doch vorerst wird er seine Koffer ungepackt lassen: „Jetzt widme ich mich erstmal Arbeiten am Haus, denn so etwas ist in den letzten Jahren viel zu kurz gekommen.“ (sp)

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