Verabschiedung von Pröpstin Marita Natt als Pfarrerin an der Stadtkirche

Mit einem Lächeln

Bürgermeister Hartmut H. Boehmer würdigte im Namen der Stadt die Verdienste von Pröpstin Marita Natt (rechts). Links im Bild ihr Ehemann Reinhard. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Abschiedsstimmung machte sich breit in diesem sehr gut besuchten Gottesdienst am 4. Sonntag nach Trinitatis in der Stadtkirche zu Bad Hersfeld. Es war der letzte Gottesdienst, den Pröpstin Marita Natt als Pfarrerin mit ihrer Gemeinde feierte. Aus diesem besonderen Anlass gestaltete sie ihn gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard Natt, der als Oberpfarrer bei der Bundespolizei wirkt.

Sieben Jahre lang hat sie in der Stadtkirche „mit einem Lächeln Gottes Wort verkündet“, mit ihrer herzlichen und lebendigen Art viele Türen geöffnet und immer ein offenes Ohr für die Belange ihrer Gegenüber gehabt.

Auch nach außen

Ihre vielfältigen Aufgaben als Pröpstin des Sprengels Hersfeld beschränkten sich nicht nur auf Innerkirchliches. Als Kirchenleitung vor Ort repräsentierte sie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck in der Region Hersfeld auch nach außen im politischen und kommunalen Bereich mit Charisma, Esprit und großer Kompetenz.

Pröpstin Marita Natt bezeichnet sich selbst als begeisterte Gemeindepfarrerin, aber sie und auch ihr Mann Reinhard Natt haben neue Aufgaben stets als positive Herausforderungen angenommen.

Zum 1. Juli wird Marita Natt in ihrem neuen Amt als Prälatin die theologische Stellvertreterin des Bischofs der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Der Rat der Landeskirche berief die 54-jährige in einer Sitzung in Imshausen auf Vorschlag von Bischof Prof. Dr. Martin Hein. Sie wird damit Amtsnachfolgerin von Prälatin Roswitha Alterhoff, die zum 30. Juni in den Ruhestand tritt.

Mit ihrer Berufung als Prälatin ist auch der bereits erfolgte Umzug von Bad Hersfeld nach Nordhessen verbunden. Vor ihrem Aufbruch in ihr neues berufliches Tätigkeitsfeld stand der Abschied, der ihr sichtlich schwer fiel. Den Wochenspruch „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ nehme ich mit, versicherte die Pröpstin. Der dritte Vers des Wochenliedes „O Gott, du frommer Gott“ war rein zufällig genau passend: „Hilf, dass ich rede stets, womit ich kann bestehen; lass kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muss, so gib den Worten Kraft und Nachruck ohn Verdruss.“ „Dieses Lied ist für jede und jeden geschrieben“, rief Marita Natt den Gläubigen zu, bevor sie ihre Dankesworte an die Kirchengemeinde als Schirmfrau der gleichnamigen Aktion des Landkreises mit den Worten: „Merci, dass es sie gibt“ schloss.

Nicht verbogen

Dem Gottesdienst, den der vor kurzem verabschiedete Kantor Johann Kleinjung an der Orgel und 36 Kinder aus Weißrussland musikalisch umrahmten, schloss sich ein Empfang im Chorraum an, den der Kirchenvorstand ausrichtete.

Für den Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg dankte Klinikpfarrer Georg Perels, für die Stadtkirchengemeinde Pfarrer Georg von Schultz für die angenehme und wertvolle Zusammenarbeit mit Pröpstin Marita Natt. „Sie sind ihren Überzeugungen treu geblieben, haben sich nicht verbogen“.

Von Gudrun Schmidl

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