Eine Woche voller Erschütterungen

Kai A. Struthoff

Was für eine Woche! Am Montag erschütterte uns die schreckliche Nachricht von der Bluttat am Frauenberg. Lange Zeit rätselte die Polizei, was genau geschehen ist. „Herr Struthoff, wir sind doch nicht der ARD-Tatort, wo die Fälle in 90 Minuten aufgeklärt sind“, beschied ein hörbar genervter Polizeisprecher Manfred Knoch meine Nachfragen. Nun, inzwischen scheint die Polizei ja auf heißer Spur zu sein.

Und dann der Schreck in der Morgenstunde: Die Klosterschänke steht in Flammen! Hier hat unsere Freiwillige Feuerwehr einmal mehr bewiesen, was in ihr steckt. Schon auf unseren Fotos und Videobildern erahnt man das Ausmaß des Infernos, aus dem die mutigen Feuerwehrleute unter Einsatz von Leib und Leben glücklicherweise das Wirtsehepaar retten konnten. Alle, die über Einsparungen bei den Feuerwehren nachdenken, sollten sich das noch einmal gut überlegen!

Mit der Klosterschänke verliert Bad Hersfeld eine traditionsreiche Gaststätte. Ich habe dort besonders gern die riesigen, knusprigen Schweinshaxen mit süffigem Klosterbier runtergespült. Auch meine drei hungrigen Söhne sind dort immer satt geworden. Hoffentlich wird dieses schöne Lokal mit seinem herrlichen Garten bald wieder öffnen.

Feuerwehren, Gemeinschaftseinrichtungen, Immobilien und Stellenpläne – alle Ausgaben der Gemeinde Niederaula sollen auf den Prüfstand. Bürgermeister Thomas Rohrbach hat im Haupt- und Finanzausschuss eine Liste mit Sparvorschlägen präsentiert. Nur Vorschläge, wohlgemerkt, aber sehr konkrete. Und vieles davon wird auch auf andere Gemeinden noch zukommen. Schwarz auf weiß wollte Rohrbach manches davon dann nicht in der Zeitung lesen. Gewiss, hinter den Kulissen muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden – aber öffentliche Sitzungen sind nun einmal öffentlich.

Das gilt auch für die Parteitage unserer politischen Vertreter. Das ziemlich blamable Auftreten des Hersfelder CDU-Stadtverbands beim Kreisparteitag hat hinter den Kulissen offenbar noch einige Erschütterungen ausgelöst. Dafür konnte dann der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich in dieser Woche noch Positives verkünden: Der Zoll in Bad Hersfeld ist, dank seines Eingreifens, gerettet – mindestens bis nach der Bundestagswahl.

Inzwischen haben die großen Parteien ihre Kandidaten nominiert. Die Grünen wollen im Februar wahrscheinlich Jörg Althoff und Kaya Kinkel küren. Und auch bei der „Linken“ werden altbekannte Namen gehandelt: Horst Zanger will versuchen, für seine Partei in den Landtag zu kommen, als Bundestagskandidatin hört man wieder den Namen von Mareike Zingsem.

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