„Bad Hersfeld liest ein Buch 2013“: Auftaktveranstaltung in der City Galerie

Eine Tradition aus Chicago

Dr. Thomas Handke, Vorsitzender der Jury, die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und Maria Wieczorek, die Vorsitzende des Kunstvereins (von links) stellten die Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch 2012“ in der City Galerie vor. Foto: Wagner

Bad Hersfeld. Mathias Noltes Roman „Louise im blauweiß gestreiften Leibchen“ zeichnet in einer spannenden Geschichte mithilfe zweier Zeitebenen ein Bild von Berlin vor dem Mauerbau, dessen Unzugänglichkeiten und den Stimmungen der Berliner zu jener Zeit und verbindet dieses Bild mit dem Berlin der Gegenwart.

Der unterhaltsame Erzählstil des Autors und die markanten Figuren dürften ein Grund gewesen sein, weshalb die Auswahlkommission das Werk in diesem Jahr für „Bad Hersfeld liest ein Buch“ ausgewählt hat. Einen ersten Vorgeschmack auf den Inhalt bekamen Interessierte am vergangenen Samstagvormittag bei der Auftaktveranstaltung in der City Galerie.

Auszüge präsentiert

Landrat Karl-Ernst Schmidt, die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und Maria Wieczorek, erste Vorsitzende des lokalen Kunstvereins, präsentierten Auszüge aus dem Werk, in dem die Protagonistin Charlotte gern Schriftstellerin werden möchte. Durch einen Zufall wird sie aber stattdessen beauftragt, ein Kunstwerk wiederzufinden, das den Titel „Louise im blauweiß gestreiften Leibchen“ trägt.

Umrahmt wurden die einzelnen Lesungen durch mehrere musikalische Darbietungen von Helgo Hahn. Die Moderation übernahm Thomas Handke und informierte über den Werdegang des Autors und die Wurzeln der Aktion, die bereits zum zwölften Mal in der Festspielstadt stattfindet.

„Begonnen hat die Aktion in Chicago und trug dort den Titel ‚One Book, One City’“, erzählte Thomas Handke. „Dort findet sie allerdings nicht mehr statt, da die zuständigen Gremien sich nicht auf ein Buch einigen konnten.“ Bad Hersfeld sei bundesweit die erste Stadt gewesen, die die Aktion erfolgreich veranstaltet habe. Auch hier gab es Konflikte um die Auswahl des Buches. Die Entscheidung der Jury für „Er ist wieder da“ von Timur Vermes war vom Magistrat abgelehnt worden, unter anderem, weil man sich um die Außenwirkung Sorgen machte

Geistreich und frivol

Mathias Nolte, der Autor des von der Bad Hersfelder Auswahlkommission ausgewählten Buches, wurde 1952 in Reinbek bei Hamburg geboren. Nach einer Buchhändlerlehre arbeitete er als Journalist für Zeitschriften wie Bunte, Forbes und Die Welt und veröffentlichte 1984 seinen ersten Roman „Großkotz“. Mit seinem Werk „Louise im blauweiß gestreiften Leibchen“ zeigt er, dass Literatur gleichzeitig geistreich, frivol und spielerisch sein kann.

Autor liest am 15. November

Im Rahmen von „Bad Hersfeld liest ein Buch“ finden in den kommenden Monaten zahlreiche Veranstaltungen statt. Höhepunkt wird eine Lesung von Autor Mathias Nolte sein, die am 15. November um 20 Uhr in der Schildehalle stattfindet und ebenfalls musikalisch von Helgo Hahn begleitet wird. Kostenlose Eintrittskarten für diese Veranstaltung werden ab dem 24. Oktober in der Kartenzentrale, Am Markt 1, erhältlich sein.

Detaillierte Informationen gibt es in einem Flyer, der an vielen Orten in der Stadt ausliegt unter www.bad-hersfeld.de/sonderseiten/bad-hersfeld-liest-ein-buch.html

Von Nicole Wagner

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