19-jähriger Hersfelder wegen zweifacher Körperverletzung verurteilt – Bewährung

Eine schlechte Mischung

Bad Hersfeld. Eifersucht und Alkohol seien eine ganz schlechte Mischung, meinte Staatsanwalt Giebel gestern vor dem Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld, als sich ein 19-jähriger Hersfelder wegen zweifacher Körperverletzung verantworten musste. Der Azubi hatte am 16. Oktober vergangenen Jahres eine Bekannte mit der flachen Hand ins Gesicht und deren Beschützer im anschließenden Handgemenge mit der Faust gegen den Kopf geschlagen.

Der 25-Jährige aus Bebra musste nach der Auseinandersetzung, an der möglicherweise noch weitere Schläger beteiligt waren, eine fünf Zentimeter lange Platzwunde am Hinterkopf nähen lassen. Außerdem waren sein Jochbein angebrochen und drei Zähne abgesplittert.

Auslöser des Streits vor einer Gaststätte am Rande des Lollsmarktes soll ein Missverständnis gewesen sein: Weil die Freundin des Angeklagten nach einem Gespräch mit einem Bekannten in Tränen aufgelöst war, zwei andere Mädchen aber eine Handgreiflichkeit des mittlerweile ebenfalls erbosten Freundes vermuteten, ging man aufeinander los.

Wer wen zuerst geschubst oder geschlagen hatte, war umstritten. Der Angeklagte beteuerte jedenfalls, die beiden Mädchen wären auf ihn losgegangen, er habe sich dann erst gegen den angeblichen Beschützer gewehrt.

Die drei Lisas

Der Prozess war auch die Geschichte dreier junger Damen, die alle den Vornamen Lisa tragen (Name geändert). Einst sogenannte beste Freundinnen und als „Die drei Lisas“ im Freundeskreis bekannt, haben sie sich unter anderem über diesem Vorfall zerstritten. Ihre Aussagen vor Gericht standen folglich im Widerspruch zueinander. Während die Freundin des Angeklagten dessen Version stützte, bestätigten die beiden anderen die Vorwürfe des Staatsanwalts.

Der Hersfelder, der zur Tatzeit unter Bewährung stand, erhielt trotz seines Versagens eine nächste Chance. Weil er in seinem Leben mittlerweile manches geregelt und eine Lehrstelle hat, erhöhten Richter Dr. Rolf Schwarz und die beiden Schöffen die bisherige Jugendstrafe von acht Monaten auf ein Jahr und gewährten erneut Bewährung. Hinzu kommen 80 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Von Karl Schönholtz

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