56-jähriger Rentner wegen Besitz von Kinderpornos zu Geldstrafe verurteilt

Eine riesengroße Sauerei

Bad Hersfeld. „Das ist eine riesengroße Sauerei“, nahm Oberamtsanwalt Berthold Hartung kein Blatt vor den Mund, als er gestern im Kinderporno-Prozess vor dem Bad Hersfelder Strafrichter Elmar Schnelle gegen einen 56 Jahre alten Rentner plädierte.

Acht Videos, vier Bilder

Der mittlerweile in Arnstadt lebende ehemalige Eisenbahner hatte aus dem Internet acht Videos und vier Bilder mit kinderpornographischem Inhalt auf sein Notebook geladen. „Nicht mit Absicht,“ beteuerte der geständige Angeklagte vor Gericht, war sich seines Fehlers aber bewusst: „Ich habe Mist gebaut.“

Zur Erklärung sagte der bislang unbescholtene 56-jährige, er habe durch Bekannte von bestimmten freien Websites gehört, die er dann einmal ausprobieren wollte. Dabei sei er auf besagte Bilder und Videos gestoßen, habe sie aufgerufen und heruntergeladen.

Auf die Rückgabe des von der Polizei sichergestellten Computers verzichtete der Angeklagte. Zeugen mussten nicht vernommen werden.

Wegen des unerlaubten Besitzes von Kinderpornos verurteilte ihn Richter Schnelle zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je acht Euro.

Die Höhe des Tagessatzes richtet sich immer nach dem Einkommen des jeweiligen Täters. Das ist im konkreten Fall so gering, dass der Arnstädter die verhängten 480 Euro nicht auf einmal, sondern nur in Raten bezahlen kann.

Das Urteil wurde im Einverständnis aller Beteiligten sofort rechtskräftig.

Von Karl Schönholtz

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