Obersberg-Chöre gastierten im Reich der Mitte – Schüler fasziniert von China

Eine Reise voller Kontraste

Die berühmte Chinesische Mauer gehört zum „Pflichtprogramm“ einer jeden Reise ins Reich der Mitte. Für das Foto „sperrten“ die jungen Chorsänger kurzerhand das Jahrhunderte alte Verteidigungs-Bollwerk. Fotos: privat/nh

Bad Hersfeld/Peking. Das Timing stimmte: Gerade noch rechtzeitig zum Ende der Lollswoche trafen die Sängerinnen und Sänger des Chores der Modell- und Gesamtschule Obersberg wieder in Bad Hersfeld ein und stürzten sich ungeachtet der Strapazen des 16-stündigen Flugs in die bunte Welt der Karussells.

Und die Obersberger hatten einiges zu erzählen von ihrer außergewöhnlichen Konzertreise nach China (wir berichteten). Da waren zunächst die unter die Haut gehenden und begeistert gefeierten Konzerte in der Fünf-Millionen-Metropole Hefei und der Hauptstadt Peking mit ihren 20 Millionen Einwohnern.

Wieder einmal stellte sich wie schon so oft heraus: Musik verbindet Jugendliche über kulturelle und geografische Grenzen hinweg, führt Menschen jedweder Couleur zueinander. Die vorgetragenen klassischen deutschen Titel waren dem chinesischen Publikum bis auf wenige Ausnahmen („Freude schöner Götterfunken“) allesamt unbekannt, aber dies tat dem heftigen Applaus keinen Abbruch.

Kein Halten gab es mehr, wenn die Obersberger „Mo Li Hua“ in der Landessprache anstimmten. Jeder im Reich der Mitte kennt diese Melodie. Sie ist die heimliche Nationalhymne, und dementsprechend überschwänglich waren die Reaktionen des Publikums. Die schweißtreibenden Sprachübungen, die so manches Chormitglied im Vorfeld der Reise schier zur Verzweiflung gebracht hatten, hatten sich gelohnt. Es war das Abtauchen in eine völlig fremde und faszinierende Kultur mit überaus sympathischen Gastgebern, die Ulli Meiß und seinen jungen Choristen in bester Erinnerung bleiben werden.

Hautnah erlebten die jungen Waldhessen chinesischen Schulalltag vom morgendlichen Frühsport über die akrobatischen Kung-Fu-Kurse bis hin zum Chinesisch-Unterricht, das Zeichnen chinesischer Schriftzeichen mit Tusche und Pinsel inbegriffen. Fasziniert haben alle die reichhaltigen Spezialitäten der heimischen Küche, und bereits nach ein paar Tagen waren alle Meister in der Kunst des Essens mit Stäbchen.

Unvergessen bleiben werden die kulturellen Highlights der Reise: der Besuch der Großen Mauer und der Verbotenen Stadt in Peking. Eingeprägt haben sich darüber hinaus Eindrücke eines wirtschaftlich geradezu explodierenden Landes mit großen Kontrasten zwischen Arm und Reich, das sich die Balance zwischen Moderne und Tradition zur Hauptaufgabe gemacht hat.

Für die Obersbergschüler ist die Verlängerung von Schulunterricht in die Wirklichkeit hinaus gelungen. Das Reisetagebuch der Jugendlichen ist voll von tiefen Eindrücken. Unterstützt wurde die Reise vom Deutschen Goethe-Institut in München, bei dem die Hersfelder als deutscher Kulturbotschafter einen ausgezeichneten Ruf genießen. Die Schirmherrschaft hatte Hessen Wirtschaftsminister Florian Rentsch übernommen.

Von Jan Braun

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