Riesenrad-Interview

Eine Reise ins Ungewisse: Sportmanagerin Heide Aust über Großereignisse

Sie mag es, wenn’s rund geht: Sport- und Eventmanagerin Heide Aust genießt es, ganz entspannt eine Runde im Riesenrad zu drehen. Normalerweise muss sie dafür sorgen, dass alles läuft, zum Beispiel beim Lollslauf. Ein Schild hat sie mitgebracht. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Mal ganz entspannt von oben aufs Lullusfest gucken, das ist für Heide Aust ein eher seltenes Vergnügen. Die Sport- und Eventmanagerin hat zuletzt am Sonntag den Lollslauf mitorganisiert.

Frau Aust, mögen Sie’s gerne, wenn’s rund geht?

Heide Aust: Ja, mag ich schon. Ich bin jetzt nicht so’n Karusselltyp mit Überschlag und Salto, aber sonst, was Veranstaltungen angeht, da bin ich schon jemand, der rund läuft, aber auch gut ruhig bleiben kann, wenn’s rund geht.

Sind Sie zufrieden mit dem Lollslauf und den 3850 Startern?

Aust: Auf jeden Fall bin ich zufrieden und wir als Team sind auch zufrieden. Wenn man sich mal so ein bisschen umschaut, nach Kassel, nach Frankfurt, nach Fulda, da sind überall keine Spitzen mehr zu erreichen. Das bleibt einfach so auf einem Level. Wir hatten jetzt 200 Teilnehmer weniger als im Vorjahr. Das ist für uns absolut okay. Man kann nicht immer Rekorde erwarten. Und das schaffen wir auch gar nicht. Da gerät auch die Schilde-Halle an ihre Grenzen.

Liegt das daran, dass es immer mehr Lauf-Events gibt?

Aust: Nein, das glaube ich nicht. Aber es werden nicht mehr Läufer geboren. Man merkt schon, dass in den mittleren Jahrgängen jetzt auch geburtenschwache Jahrgänge kommen. Und es gibt eben auch andere Sportarten, zum Beispiel Mannschaftssport, die Zulauf haben. Es ist nicht mehr alles auf Laufen fokussiert, wie noch vor einigen Jahren.

Wie ist denn die Party am Abend angenommen worden?

Aust: Wir sind eigentlich sehr zufrieden, insbesondere was unsere Helfer angeht. Es waren etwa 140 Helfer von 350 da und haben abends mit uns gefeiert. Das ist eine tolle Zahl, Der Zuspruch aus der Stadt Bad Hersfeld hätte etwas besser sein können, da hätten wir so mit 100 Leuten mehr gerechnet. Wenn wir das wiederholen sollten, würde der Zuspruch sicher noch steigen. Die Rückmeldungen, die uns erreicht haben, sowohl von den Helfern als auch von den zahlenden Besuchern, waren durchweg sehr positiv. Wir haben nirgendwo Kritik gehört, eher absoluten Zuspruch.

Sport und Show findet ja im kommenden Jahr erstmals in Rotenburg statt. Wie sind Ihre Erwartungen?

Aust: Wir sind sehr gespannt. Das ist ja auch für uns eine Reise ins Ungewisse. Unser Verein ist nun mal relativ alt, was das Alter der aktiven Mitglieder angeht. Wir können diesen wahnsinnigen Aufbau, den wir in der Waldhessen-Halle umsetzen müssen, nicht mehr stemmen. Da müssen wir einen Weg finden, wie wir da Unterstützung bekommen, wo auch immer her. Dann könnten wir sicher auch nach Bad Hersfeld zurückkehren.

Aber jetzt ist es das große Plus der Göbel Hotels Arena, dass wir keine Stühle und keine Podeste für die Bühne aufbauen müssen. Das steht schon alles dort. Wir brauchen auch keinen Shuttle-Service vom Hotel. Sicherlich wird es andere Herausforderungen geben, denen wir uns stellen müssen. Ich bin sehr gespannt und glaube, das wird eine tolle Veranstaltung, auch in Rotenburg.

Wieso sind es diesmal nur zwei statt bisher vier Veranstaltungen?

Aust: In eine Veranstaltung gehen einfach 400 Besucher mehr rein als in die Waldhessenhalle. Dann sind wir bei 4000 Zuschauern, wenn alles voll ist. In Bad Hersfeld wären es bei vier Veranstalungen 6500. Wir gehen ein bisschen zurück, aber uns war das Risiko einfach zu groß mit vier Veranstaltungen. Deshalb gucken wir erst mal, wie wir in Rotenburg zurecht kommen und wie es angenommen wird und entscheiden für das nächste Jahr völlig neu, wie’s dann weitergeht.

Was ist denn Ihr Lieblingsplatz auf dem Lullusfest?

Aust: Das Feuer, auf jeden Fall. Da trifft man alte Klassenkameraden, da trifft man viele Leute, kommt ins Gespräch. Überraschungsbesuche, Überraschungsgesichter, die man nach langer Zeit wiedersieht. Das gibt’s nur am Feuer.

Sie drehen ja an vielen Rädern. Was sind Ihre nächsten Projekte?

Aust: Das nächste Projekt ist Sport und Show. Und dann kommt für uns und für mich im Besonderen im nächsten Jahr ganz groß der Lutherlauf. Das wir im Reformationsjahr das Highlight. Wir versuchen, mit 500 Leuten in die Stiftsruine einzulaufen und ich glaube, das wird ein ganz tolles Bild, wenn wir das schaffen.

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