Der eine muss sparen, der andere arbeiten

Karl Schönholtz

Dreineinhalb Millionen Euro groß war das Loch, das in der ersten Zusammenstellung des Bad Hersfelder Verwaltungshaushalts für 2013 klaffte. Das hatte Bürgermeister Thomas Fehling im jüngsten HZ-Interview vor zwei Wochen eingeräumt. Dem Vernehmen nach ist das Loch jetzt sogar noch ein bisschen größer geworden, angeblich fehlen vier Millionen Euro zum Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben. Kein Wunder, dass im Rathaus alle Haushaltspositionen auf den Prüfstand gestellt werden, um die erforderlichen Euros zu sparen. Dass dabei auch die Festspiele nicht außen vor bleiben, überrascht im Prinzip nicht. Allerdings ist der Zeitpunkt denkbar ungünstig. Denn Intendant Holk Freytag – gerade erst mit einem neuen Vertrag bis 2016 ausgestattet – hat auf der Basis des Etats 2012 für das nächste Jahr geplant und wollte den Spielplan am Montag vorstellen. Schließlich beginnt kurz nach Lolls der Vorverkauf. Dass er das Programm jetzt Knall auf Fall überarbeiten muss und davon womöglich auch die großen Produktionen in der Stiftsruine betroffen sind, kann nicht im Sinne der Festspiele sein.

Das Lullusfest naht mit großen Schritten, die üblichen Vor-Lolls-Termine häufen sich. Eigentlich Business as usual, doch diesmal nicht ganz. Denn einer fehlte, der sonst immer dabei war: Feuermeister Udo Roßbach. Der ist nicht etwa krank oder im Urlaub. Vielmehr musste er schaffen. Denn seit einiger Zeit betreibt Roßbach sein Sanitär- und Heizungsgeschäft nur noch nebenher, ist ansonsten aber in einem festen Arbeitsverhältnis in einem Hersfelder Unternehmen. Und da konnte er sich wohl nicht nach Lolls-Belieben frei nehmen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Feuermeister für die Festwoche rechtzeitig Urlaub angemeldet hat...

Was den Friedewaldern große Sorgen macht, das steht weiter vorne in dieser Ausgabe. Eine andere Sorge wird ihnen jedoch genommen: ihr neuer Bürgermeister Dirk Noll – derzeit noch in Diensten der Stadt Gotha – wird nicht erst wie befürchtet nächstes Jahr sein Amt antreten können. Momentan sieht es sogar so aus, dass Noll bereits am 1. Dezember ins Rathaus der Dreienberggemeinde einzieht. Sicher keinen Tag zu früh. Denn Arbeit gibt es hier für ihn mehr als genug.

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