Nach Portoerhöhung zum neuen Jahr: Post bietet Drei-Cent-Wertzeichen an

Eine Marke für den Übergang

Auf die Kombination kommt’s an: Im Hintergrund 55er-Sondermarken, vorn neue Marken im Wert von 3 und 58 Cent. Foto: Schäfer

Hersfeld-Rotenburg. Wer einen Brief verschicken möchte, der zahlt seit 1. Januar drauf. Von 55 Cent hat die Deutsche Post das Porto bei Standardbriefen auf 58 Cent erhöht. Aber was tun, wenn noch alte Marken zu Hause liegen? Für diesen Fall hat die Post eine Drei-Cent-Marke drucken lassen. Sie wird neben eine alte Marke auf den Brief geklebt.

Ein schlichter, weißer Hintergrund, auf den eine graue Drei gedruckt ist. In der Ecke unten rechts ein pinkfarbener Kasten, in dem in weißen Lettern „3 Cent“ steht. Oben links in pinkfarbenen Buchstaben das für eine Briefmarke obligatorische „Deutschland“. Die Übergangsmarke der Deutschen Post ist nicht gerade eine Schönheit. Briefmarkensammler beklagen sich im Internet darüber. In der ehemaligen Hauptpost an der Hainstraße Bad Hersfeld, die jetzt Postbank-Finanzcenter heißt, verkauft sich die Marke dennoch gut.

„Der Ansturm auf die Drei-Cent-Marke war deutlich größer als erwartet“, erzählt Filialleiter Thomas Racz. „Viele haben im alten Jahr die Briefmarken im Zehner-Set erworben, und wollen sie natürlich weiter verwenden.“ sagt Racz. Auch wenn Kunden sich vereinzelt ironisch über Optik oder Größe geäußert hätten, die Nachfrage nach der Übergangsmarke halte weiterhin an, berichtet Racz.

Was aber passiert, wenn versehentlich nur eine alte Marke auf einen Brief geklebt werden? „Dann muss Nachporto gezahlt werden“, sagt Heinz-Jürgen Thomeczek, Pressesprecher der Deutschen Post. Eine Karenzzeit, in der noch mit 55 Cent frankierte Briefe ausgetragen werden, gibt es nicht. „Wenn das falsche Porto im Briefzentrum entdeckt wird, geht der Brief zurück an den Absender. Falls der Fehler erst bei der Zustellung auffällt, muss der Empfänger nachzahlen – und zwar die fehlenden drei Cent sowie eine Gebühr von 51 Cent.“ Man sollte sich nicht um den neuen Preis herumdrücken.

Steigende Konkurrenz

Zum ersten Mal seit 15 Jahren wird damit das Porto erhöht. Das sei vor allem durch die steigende Konkurrenz durch das Internet notwendig gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Post. E-Mail-Kontakt und der Nachrichtenaustausch über soziale Netzwerke führe zu einem Rückgang des Briefverkehrs. Damit der jedoch weiterhin in gewohnter Qualität verlaufen könne, müsse man die Preise anpassen.

Von Moritz Schäfer und Jan-Christoph Eisenberg

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