Hersfelder Ladenbau-Unternehmen expandiert / Arbeitsplätze langfristig gesichert

Eine Linde für Linde

Gruppenbild mit Baum: Ein Kran richtete die sieben Tonnen schwere Kaiserlinde im künftigen Linde-Park auf.

Bad Hersfeld. Wer so vor Kraft strotzt und kerngesund ist, der könnte Bäume ausreißen. Die Firma Linde Ladenbau aber pflanzt lieber welche. Eine stolze, 30 Jahre alte Kaiserlinde wird künftig der Mittelpunkt eines kleinen Firmenparks sein und als lebendes Symbol für das Leitmotiv des erfolgreichen Unternehmens stehen.

„Wir wachsen zusammen“ ist das Motto für die Werkserweiterung der auf die Einrichtung von Lebensmittelmärkten spezialisierten Firma. Am Mittwochnachmittag wurde sie mit einer Feierstunde für Belegschaft und Gäste sowie der Baumpflanzung eingeleitet.

Der alte Anzug wird zu eng

„Wir sind seit der letzten Erweiterung 1991 aus unserem alten Anzug gewachsen und gehen deshalb jetzt einen deftigen Schritt voran“, erklärt Linde-Geschäftsführer Thomas Probst. Bis Mai 2011 werde deshalb das Werk um rund 6000 Quadratmeter auf dann 22 000 Quadratmeter Gesamtfläche erweitert. Neue Produktionsflächen, Versandrampen, Büros und Logistikflächen entstehen. Das Unternehmen beschäftigt in Bad Hersfeld 187 feste Mitarbeiter, mit Saisonkräften sind es bis zu 270. Insgesamt wird das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort Bad Hersfeld investieren. Dabei sollen auch die Kosten gesenkt werden, weil Arbeitsabläufe und Materialfluss optimiert werden.

Bei der Werkserweiterung, die von dem Bad Hersfelder Architekturbüro Frank Dorbritz geplant wird, werden die Produktions- und Verwaltungstrakte auch räumlich verbunden. „Linde will auch die Qualität der Arbeitsplätze verbessern“, macht Dorbritz deutlich. Deshalb entsteht auch ein neuer Aufenthalts- und Speisetrakt.

„Wir wollen durch diesen Treffpunkt die Hierarchien zwischen den Beschäftigten aufbrechen“, erklärt Firmeninhaber Max Bolliger. Der Schweizer Unternehmer, zu dessen auf Laden- und Innenausbau spezialisierte Dolma-Gruppe auch Linde gehört sagt: „Entweder wir machen etwas richtig – oder gar nicht“. Linde sei ein wichtiger Bestandteil des Dolma-Firmenverbunds.

Der Lebensmittelhandel als Hauptauftraggeber für den Ladenbau habe sich auch in der Krise als sehr robust erwiesen. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Christoph Clavedetscher, der CEO also Chief Executive Officer der Dolma Group. „Wir arbeiten daran, in Hersfeld auch weiterhin topp-sichere Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt Clavedetscher. Davon zeugten auch Höhe und Umfang der Investition. Auch Thomas Probst wertet die Investition als „erstklassiges Standortbekenntnis“.

Zugleich wolle das Unternehmen nämlich auch in die Ausbildung investieren und die Zahl der Azubis von jetzt neun auf bis zu 20 erhöhen, um damit auch dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen.

Ein guter Stern für Hersfeld

Schippen für Linde: Die ganze Führungsriege verstärkt durch Architekt Frank Dorbritz (2. von rechts) und Bürgermeister Hartmut H. Boehmer (mit Mantel) packt beim Baumpflanzen tüchtig mit an. Fotos : Kai A. Struthoff

Solche Aussagen freuen natürlich auch den Betriebsratschef. Rico Lipphardt sieht in der Werkserweiterung „den Grundstein für eine solidere Zukunft“. Er dankt deshalb der Eigentümerfamilie Bolliger „für das klare Bekenntnis zu Standort und Arbeitsplätzen“.Lob kommt auch von Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, der die Firma Linde Ladenbau als „hervorragendes Markenzeichen für die Stadt“ würdigt, die Arbeitsplätze gesichert und Gewerbesteuer gezahlt habe. „Der Name Linde soll weiterhin wie ein guter Stern über dem Standort strahlen“, wünscht Boehmer. Dann greift er gemeinsam mit der Firmenleitung zur Schippe, um Mutterboden schippend der Linde feste Wurzeln und gutes Wachstum zu sichern – so wie auch der Firma Linde für deren weiteres Zusammenwachsen der Baum künftig stehen wird.

Von Kai A. Struthoff

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