Ruth Caselitz engagiert sich seit 20 Jahren für die Spendenaktion „Weihnachten im Schuhkarton“

Es ist eine Herzensangelegenheit

Annahmestelle Zahnarztpraxis: Ruth Caselitz, links, sammelt seit 20 Jahren Geschenkpakete für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Auch Anette Jäger engagiert sich dafür. Foto: Meyer

Bad Hersfeld. Es war ein Artikel in einer christlichen Zeitschrift, der Ruth Caselitz vor 20 Jahren so sehr berührt hat, dass sie aktiv geworden ist. Caselitz las von einer neuen Aktion namens „Weihnachten im Schuhkarton“: Kinder in ärmeren Ländern sollten zu Weihnachten beschenkt werden.

Caselitz packte Geschenke in einen Schuhkarton, umhüllte ihn mit Geschenkpapier und schickte das Päckchen nach Berlin. Aber nicht nur das. Gleichzeitig erzählte sie Freunden und Bekannten von der Aktion und richtete in der Zahnarztpraxis ihres Mannes in Bad Hersfeld eine Sammelstelle für die Geschenkpakete ein.

Bald türmten sich dort im Keller jedes Jahr im November um die 200 Pakete. Heute gehört Ruth Caselitz im Landkreis zu den erfahrensten und fleißigsten Sammlerinnen der christlichen Aktion, die allein im vergangenen Jahr Hunderttausenden von Kindern Weihnachtsgeschenke beschert hat.

Inhalt wird überprüft

Zu Caselitz’ Aufgaben gehört auch, die Pakete zu überprüfen. Kriegsspielzeug etwa müsse sie aussortieren. Außerdem sollen laut Vorgabe der Dachorganisation außer bestimmten Süßigkeiten keine Lebensmittel in den Kartons sein, weil das oftmals der Zoll nicht erlaube.

Aber Ruth Caselitz lobt: Die Päckchen seien meist sehr gut gepackt, denn viele Menschen schenken immer wieder und kennen sich daher aus. Zahnbürsten, Socken, Mützen und Spiele findet sie häufig in den Paketen und sagt: „Ich freue mich dann selbst wie ein Kind.“

Auf eigene Kosten ergänzt Caselitz einzelne Päckchen und investiert viel Zeit in die Aktion, zum Beispiel auch, wenn sie die Pakete zur zentralen Sammelstelle in Kleinensee fährt. „Die Stunden zähle ich nicht“, sagt sie.

Kritiker der Aktion bemängeln, sie sei nicht nachhaltig, weil die heimische Wirtschaft in den Zielländern nicht gestärkt werde. Durch den Transport entstünden außerdem hohe Kosten. Ruth Caselitz kann damit nicht viel anfangen. Für sie steht im Vordergrund, dass Kinder beschenkt werden, die sonst kein Weihnachtsgeschenk bekommen. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit. Das könne man nachfühlen - oder eben nicht. (zmy)

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