Eine Haushaltssperre und finanzielle Altlasten

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung,

„Wenn ich einmal reich wär ...“, singt der Milchmann Tevje in dem Musical Anatevka.

Das Lied eignet sich fast als Hymne einiger Städte im südlichen Wartburgkreis, allen voran Bad Salzungen. Der Bürgermeister der Kurstadt, Klaus Bohl, musste in der Sitzung des Stadtrates eine Haushaltssperre verhängen. Die finanzielle Lage der Stadt habe sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert.

Mit einem Einbruch der Gewerbesteuern, Einwohnerschwund, hohen Schulden, einer steigenden Kreisumlage und anderem, begründet er diesen Schritt.

Auch Bad Liebenstein könnte bei dem Lied mit einstimmen. Finanzielle Altlasten aus der Zeit vor der Fusion machen der Stadt zu schaffen – und zwar mehr, als geplant. Da ist die Geschichte mit dem Sanierungsträger, der 1994 das Heizhaus des ehemaligen Leuchtstoffwerkes sanieren sollte, mit Geld aus der Städtebauförderung bezahlt wurde und dann pleite ging – allerdings bevor er sanierte.

Da die Gemeinde für die Vergabe der Fördermittel verantwortlich ist, will das Land nun von der Stadt das Geld zurück und zwar alles, nicht nur 188 000 Euro Födermittel, auch die mittlerweile 75 000 Euro Zinsen.

Insgesamt summieren sich die finanziellen Lasten der Vergangenheit auf etwa eine halbe Millionen Euro. Sehr viel für eine Stadt wie Bad Liebenstein, die finanziell an ihrer Leistungsgrenze rangiert.

Etwas Erfreuliches gibt es aus der Stadt Geisa zu berichten. Am Sonntag wurde nach mehrjährigen Umbauarbeiten das Geisaer Stadtmuseum am Schlossplatz offiziell eröffnet. Verbunden wurde das Ganze mit einem Tag der offenen Tür. Über drei Etagen erstreckt sich die Ausstellung in dem barrierefrei gestalteten Gebäude.

Man erfährt nicht nur etwas zur Stadtgeschichte und findet Exponate und Informationen zur Handwerkstradition der Stadt sondern es gibt auch eine Replik der keltischen Schnabelkanne aus der Borscher Aue zu sehen, den bedeutendsten keltischen Fund in Thüringen. Das Original ist in der Ur- und frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Jena ausgestellt.

Peggy.Machoi.extern@stz-online.de

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