Wochenendporträt: Sarah Tauber arbeitet für ein Jahr bei der Bahnhofsmission und der Bad Hersfelder Tafel

Eine freiwillige Helferin mit ganz viel Herz

Hilft denen, die es nicht so leicht haben: Sarah Tauber macht ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der Bahnhofsmission und der Tafel in Bad Hersfeld. Foto: Streck

Bad Hersfeld. In dem Gebäude der Bad Hersfelder Tafel herrscht Hochbetrieb. Viele ehrenamtliche Mitarbeiter packen Lebensmittel in die grünen Transportkisten oder bereiten diese für Bedürftige und Obdachlose vor. Unter den vielen Helferinnen und Helfern befindet sich auch Sarah Tauber, die sich für ein paar Minuten zu einem Gespräch in einen ruhigen Raum zurückziehen kann.

Die richtige Entscheidung

Die 20-Jährige hat in diesem Jahr ihr Abitur gemacht und war sich danach nicht sicher, was sie denn nun genau machen möchte. Da bot sich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an. Durch das Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst (ZFFZ) der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck bekam sie verschiedene Stellen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) angeboten. Nach jeweils einem Probetag bei der Bahnhofsmission Bad Hersfeld und der Tafel war für Sarah klar: Das ist es.

Seit dem 1. September ist die Abiturientin nun schon bei der Tafel aktiv, und Spaß macht ihr die Arbeit allemal. „Das war definitiv die richtige Entscheidung für mich“, sagt sie.

Anfangs traute Sarah sich noch nicht an Bereiche wie die Ausgabe oder das Packen der Essenskisten heran. Doch durch eine Verkettung verschiedener Ereignisse wurde die junge Frau dann ins kalte Wasser geworfen. „Es waren zu wenige ehrenamtliche Helfer vor Ort, und da musste ich dann auch überall mit anpacken“, sagt sie.

Die Menschen sind ihr wichtig

Natürlich bleiben Büroarbeiten und Telefondienste nicht aus, doch vor allem gefällt ihr die Arbeit mit den Menschen. „Ich lerne hier Leute kennen, denen es aus den verschiedensten Gründen schlecht geht“, erklärt die 20-Jährige. Diesen Bedürftigen helfen zu können sei für sie besonders schön. Aber der Kontakt mit den Menschen, die die Dienste der Tafel in Anspruch nehmen, ist auch nicht immer einfach. „Es gibt auch Leute, die zum Beispiel ein Alkoholproblem haben und hier zu uns kommen“, meint die Abiturientin. Bei diesen müsse man dann aufpassen, dass sie nicht pöbeln oder auf eine andere Art und Weise Ärger machen.

Doch eine Verbindung hat Sarah schon zu den Hilfesuchenden aufgebaut. „Wenn mal jemand ungewöhnlich lange nicht mehr hier auftaucht, dann mach’ ich mir schon Sorgen“, sagt sie. So sei schon mal jemand über eine längere Zeit hin verschwunden, bis sich herausstellte, dass er einen Teil des Winters in Kassel verbrachte. „So was ist sehr schön zu hören, weil es den Leuten dann noch gut geht und nichts Schlimmes passiert ist“, erzählt Sarah erfreut.

Anderen eine Freude machen

Schon während des Gesprächs wird Sarah mehrmals wieder um Hilfe gebeten. Diesen Bitten geht sie dann auch nach, und sogar am heutigen Heiligabend wird die junge Helferin für die Bedürftigen zur Stelle sein. Zusammen mit den anderen Helfern möchte sie den Menschen eine Freude machen, die Weihnachten nicht mit ihrer Familie im Wohnzimmer vor dem Kamin und dem bunt geschmückten Weihnachtsbaum verbringen können.

Von Philip Streck

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