Eine Erfolgsgeschichte und ein Anfang ...

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. Jubiläum feierte vorige Woche das Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium in Vacha.

Vor 25 Jahren war es gelungen, dort wieder ein Gymnasium zu eröffnen. Bis 1973 hatte es ein solches in Vacha gegeben, damals „Erweiterte Oberschule“ (EOS) genannt. Doch dann fiel diese der Zentralisierung zum Opfer: Fortan existierte nur noch in der Kreisstadt eine EOS. Auf dem Land gab es in der DDR ausschließlich „Polytechnische Oberschulen“, wo Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse unterrichtet wurden.

Nach der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 wurde alsbald der Wunsch laut, auch im ländlichen Raum wieder die Hochschulreife erwerben zu können. In der thüringischen Rhön wurden Gymnasien in Kaltensundheim und Vacha eröffnet. Diese Entscheidung war genau richtig, das belegt die 25-jährige Erfolgsgeschichte dieser beiden Schulen. Für die Schüler ist es angenehm, kürzere Schulwege zu haben. Die beiden Orte nebst regionalem Umfeld profitieren von den Schulstandorten, schließlich bereichert jede Schule ihre jeweilige Heimatkommune.

Das Schulsystem wird ständig verändert – das war auch früher so, wie ein Blick in die Schulgeschichte zeigt. Ob ein ständiges Hin und Her gut für Schüler und Schulen ist, darf aber bezweifelt werden. Auch das bestätigen die Fakten aus der Geschichte. Deshalb sollten, wenn Veränderungen im Schulsystem geprüft werden, stets Augenmaß, Vernunft und Sachverstand zum Einsatz kommen – mehr Kontinuität statt Aktionismus praktiziert werden. Die allein in den letzten zehn Jahren vom Land vorgegebenen Veränderungen in Lehrplänen, Fächerstruktur, Prüfungsbestimmungen und anderen Vorschriften gehen auf keine Kuhhaut und dienen oftmals am wenigsten den Schülern. Doch um genau die soll es doch eigentlich gehen.

Ausbildungsplätze fast direkt vor der Haustür zu vermitteln und ein Abwandern junger Leute in Ballungszentren zu verhindern, war Anliegen der ersten Lehrstellenbörse der Regelschule in Geisa. Ausschließlich Unternehmen aus der Region präsentierten sich hierbei, und das Interesse seitens der Schüler und Eltern war groß. Deutlich wurde, dass es in der Region ein großes Potenzial an gut aufgestellten Unternehmen gibt – und an der Lehrstellenbörse beteiligte sich nur ein Bruchteil davon. In der Geisaer Schule gibt es Überlegungen, solche Veranstaltungen künftig regelmäßig durchzuführen, und andere Schulen dürfen diese Idee durchaus aufgreifen.

stefan.sachs@stz-online.de

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