Nadine Heyn fand trotz Handicap in der Zahnarztpraxis Ern einen neuen Job

Eine echte Bereicherung

Nadine Heyn (vorne) mit ihrem Team in der Zahnarztpraxis Ern: Auszubildende Julia Anschütz, Zahnarzt Axel Ern und Yvonne Spengler (von links). Foto: Buschky

Bad Hersfeld. Menschen mit Handicap stehen in dieser Woche im Mittelpunkt einer bundesweiten Aktionswoche der Bundesagentur für Arbeit. Zentraler Leitgedanke ist die Inklusion: Menschen mit Behinderung gehören in die Mitte der Gesellschaft, und dazu gehört auch ihre aktive Teilnahme am Arbeitsleben.

Auch Nadine Heyn fand trotz ihrer körperlichen Einschränkung wieder ins Berufsleben zurück. Nachdem die 29-Jährige eine lange Krankheitsphase überwunden hatte, gab ihr Axel Ern, kieferorthopädisch tätiger Zahnarzt in Bad Hersfeld, eine Chance zum Wiedereinstieg ins Berufsleben. Vermittelt worden war Heyn durch die Agentur für Arbeit.

„Potenzial nutzen“

„Es gibt viele Gründe, sich für mehr Inklusion und damit Chancengleichheit in unserer Gesellschaft stark zu machen. Auch vor dem Hintergrund eines drohenden Fachkräftemangels dürfen wir die Potenziale auf dem Arbeitsmarkt nicht ungenutzt lassen“, sagt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.

Viele Unternehmen engagierten sich bereits für die Integration behinderter Menschen. Dies seien vor allem eher kleine Betriebe, die dazu gesetzlich nicht verpflichtet sind. „Es könnte noch wesentlich mehr Arbeitgeber geben, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen“, meint Joachim Pankow, Arbeitsvermittler bei der Bundesagentur für Arbeit in Bad Hersfeld.

„Eine Schwerbehinderung bedeutet nicht zwangsläufig eine Leistungsminderung. Nadine Heyn ist eine echte Bereicherung in unserem Team“, erklärt Zahnrzt Ern.

Heyn ist gelernte Zahnmedizinische Fachangestellte. Wegen ihrer Erkrankung kann sie weder lange stehen, noch in gebeugter Haltung arbeiten, und hätte deshalb eine Umschulung machen können. Aber Heyn blieb hartnäckig, denn sie wollte in ihrem erlernten Beruf bleiben: „Man sollte immer positiv denken und nicht den Kopf in den Sand stecken“, erklärt die 29-Jährige.

Sie hat es geschafft: Sie hat sich nach ihrer Krankheit aufgerappelt und wieder erfolgreich in die Gesellschaft eingegliedert. Deshalb möchte sie auch anderen Menschen Mut machen, die vielleicht in der gleichen oder in einer ähnlichen Situation sind. Sie ist der Meinung, dass es für jeden Menschen eine Beschäftigungsmöglichkeit gibt, egal welche Einschränkungen vorhanden sind. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Familie und Freunde einem jede Sekunde Beistand leisten. Doch meine Familie, meine Freunde, mein Freund und deren Familie haben die ganze Zeit hinter mir gestanden. Ebenso Axel Ern, der mir eine Chance gab“, ist Heyn dankbar für die Unterstützung.

Arbeitgeber, die sich für eine behindertengerechte Ausgestaltung von Arbeitsplätzen interessieren und Menschen mit Handicap eine Chance geben wollen, können sich bei der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda unter Telefon 01081/664466 oder E-Mail BadHersfeld.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de melden.

Von Manuela Buschky

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