Bad Hersfeld will im Bereich des Herkules-Center neues Sanierungsgebiet ausweisen

Eine Chance für die Stadt

Bad Hersfeld. Einer drohenden Abwärtsentwicklung vorzubeugen, das ist ist der Sinn eines neuen Sanierungsgebietes in der Bad Hersfelder Innenstadt. Denn mit der beabsichtigten Schließung des Herkules-Center im September sieht die Bauverwaltung städtebauliche Probleme auf die südöstliche Altstadt zukommen, in der ohnhin einige Missstände festgestellt wurden. Gemeint ist der Bereich zwischen Breitenstraße, Dudenstraße und Reichsstraße.

Leerstände, energetisch problematische 70er-Jahre Bauten, zu viele versiegelte Flächen, die hässliche Fassade des Telekom-Gebäudes und die schlecht organisierte Bushaltezone sind nur einige Punkte, bei denen Verbesserungsbedarf besteht.

Riegel gegen Ungewolltes

Mit der Ausweisung eines „Sanierungsgebietes E (Antoniengasse)“ würde die Stadt in die Lage versetzt, eine koordinierende Rolle bei der künftigen Entwicklung dieses Gebietes zu übernehmen. Konkret hätte die Stadt beispielsweise die Instrumente des Vorkaufsrechts und der Veränderungssperre in der Hand. Dadurch könnte ungewollten Projekten ein Riegel vorgeschoben werden.

„Das ist eine Chance für die Stadt“, sagte Bürgermeister Thomas Fehling vor der Stadtverordnetenversammlung, die eine erste Untersuchung einmütig beschlossen hat. Insofern wollte der Bürgermeister den Abschied von Herkules mit der mutmaßlichen Folge einer weiteren Problem-Immobilie nicht nur negativ sehen.

„Dieser Bereich ist das Entree der Stadt“, machte auch Roland Luley, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt deutlich, welche Bedeutung dem neuen Sanierungsgebiet zukommt.

Die damit verbundenen Aufgaben sind allerdings gewaltig: So skizziert die Beschlussvorlage unter anderem eine Neuordnung im Bereich des Herkules-Marktes mit Lärmschutz zum Stadtring hin, die Neuordnung des Blockinnenbereichs der Antoniengasse sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums mit einer Neuorganisation von Bushaltestellen, Parkplätzen und Fußgängerwegen.

Von Karl Schönholtz

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