250 Dinge, die wir an der Region mögen (179): Die mittelalterliche Burganlage Fürsteneck

Eine Burg im Wandel der Zeit

Burg Fürsteneck wurde erstmalig im Jahre 1309 erwähnt. Seitdem hat das mittelalterliche Schloss bei Eiterfeld im Laufe der Zeit sehr oft die Besitzer gewechselt. Foto: Honikel

Eiterfeld. Wer die Landstraße zwischen Schenklengsfeld und Eiterfeld fährt, kommt auf eine kleine Anhöhe mit Ort und Burg Fürsteneck (406 Meter hoch). Doch erst auf der Höhe des Ortes ist die sonst von hohen Bäumen verdeckte mittelalterliche Burganlage mit ihren Eingangsbereich zu sehen. Und von hier zeigt sich Burg Fürsteneck mit der Vorburg und dem Hauptgebäude aus Pallas und Herrenhaus in ihrer ganzen Größe und Schönheit.

Von der Südseite gelangt man durch die Vorburg mit Zwinger und Wehrgang auf Rundbögen in den altgepflasterten langen Innenhof. Die verschieden hohen Gebäude aus Stein und Fachwerk auf beiden Seiten führen zur Nordseite mit dem niedrigen, quadratischen Burgturm. Die Burganlage präsentiert sich so als ein langgestrecktes, unregelmäßiges Viereck mit starken Außenmauern, die zum Teil auch die in Fachwerk ausgebildeten Obergeschosse der Wohn- und Stallgebäude tragen.

Erstmalig wird Fürsteneck im Jahre 1309 erwähnt, doch gibt es Indizien dafür, dass schon im 12. Jahrhundert hier eine Vorgängerburg gestanden hat. Die Burg wurde wahrscheinlich unter dem Fürstabt Heinrich V. von Weilnau von 1288 bis 1313 als Grenzfestung des Hochstifts Fulda errichtet, denn nur wenige Kilometer nördlich begann das Einflussgebiet des Klosters Hersfeld. Sichtbares Zeichen dafür war die Burg Landeck bei Oberlengsfeld.

Schäden im 30-jährigen Krieg

Höchstwahrscheinlich ist der Name Fürsteneck aus First = Bergkamm und Ecke = Bergvorsprung abgeleitet worden. Burg und Dorf Fürsteneck und der dazugehörige Ort Eiterfeld bilden über Jahrhunderte das Amt Fürsteneck mit vielen Ortschaften der Umgegend, doch sind die fuldischen Burgmannen und Amtsleute stets bei Eiterfeld angegeben. Nach zahlreichen Verpfändungen und auch Zerstörungen im 30-jährigen Krieg konnte Fürstabt Adalbert von Schleifras die Burg von 1700 bis 1714 wieder endgültig für Fulda zurückerwerben und erneuern. Nach der Säkularisierung 1802 wird Fürsteneck im Jahre 1818 Staatsdomäne und verpachtet. Ab 1925 ist Carl Salzmann Domänenpächter auf der Burg, der später als NS-Kreisbauernführer mit seinen nationalsozialistischen Gesinnungsgenossen antisemitische Hetzjagden und Übergriffe in den Kreisen Hünfeld und Hersfeld organisiert.

Die heruntergekommene Burganlage wird von 1951 bis 1953 von Prof. Otto Bartning umfassend saniert und mit Hilfe eines Trägervereins zur Heimvolkshochschule ausgebaut. Heute hält die zur Akademie Burg Fürsteneck umbenannte Einrichtung ein umfangreiches Weiterbildungsangebot bereit, und zwar in den Bereichen Beruf, Kultur, Lebensart und Gesundheit. (siehe: burg-fuersteneck.de).

Ein Besuch der Burg Fürsteneck mit seinen teilweise noch aus dem Mittelalter erhaltenen Gebäuden lohnt sich ebenso wie ein ausführlicher Spaziergang um die Burganlage mit herrlichen Ausblicken auf die Landschaft der Kuppenrhön und des Landecker Amtes.

Von Karl Honikel

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