Drei junge Menschen aus der Region berichten von ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr

Eine Bereicherung für alle

Diese drei haben ihr Freiwilliges Soziales Jahr erfolgreich absolviert: Janina Darlene Kromm, Christina Schade und Simon Streckhardt (von links) erzählten von ihren Erfahrungen. Foto: Beck

BAD HERSFELD. Eigentlich wollte Simon Streckhardt zur Polizei. Dass er nun ein vollkommen anderes Berufsziel verfolgt, liegt nicht zuletzt an seinem Freiwilligen Sozialen Jahr bei der Lebenshilfe in Bad Hersfeld. Er möchte nun soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaften studieren. „Das Jahr hier hat mir gezeigt, dass so etwas genau mein Ding ist.“, schwärmt der 21-Jährige.

Zwölf Monate sorgte er im Haus für Ordnung, betreute geistig behinderte Kinder nach der Schule, spielte mit ihnen und begleitete Ferienfreizeiten. Außerdem unterstütze er betreuungsbedürftige Erwachsene in ihren eigenen vier Wänden. Seine Aufgaben seien dabei „nicht schwer, aber ungewohnt und neu“ gewesen. Diese Tätigkeiten sind ein fester Teil des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Lebenshilfe und setzen den Besitz eines Führerscheines vorraus.

Die 19-jährige Janina Darlene Kromm verbrachte im Rahmen der Schulassistenz ein Jahr im Kindergarten Helfersgrund. Sie betreute ein fünfjähriges Mädchen, das schwerst mehrfachbehindert ist. „Sie hat die Fähigkeiten eines neun Monate alten Babys“, erzählt Janina, „ich habe sie gewickelt, gefüttert und schlafen gelegt“. Sie begleitete das Mädchen bei der Frühförderung und war daraufhin in der Lage, auch selbst Übungen mit dem Kind zu machen. An das Freiwillige Soziale Jahr hat Janina viele schöne Erinnerungen. „Es ist eine sehr gute Möglichkeit um den Beruf besser kennenzulernen“, bestätigt sie, „nun habe ich mich entschieden eine Ausbildung als Erzieherin zu beginnen“. Das Jahr habe außerdem viele Vorteile für ihre Bewerbung gebracht und bessere Chancen für ihre Zukunft geschaffen.

Neue Berufsperspektiven

Ähnliche Erfahrungen machte auch Christina Schade. Sie absolvierte ihren Freiwilligendienst in der August-Wilhelm-Mende-Schule in Bebra und betreute dort eine 15-Jährige, die unter dem Wolf-Hirschhorn-Syndrom leidet. Das Mädchen kann weder sprechen noch laufen. Christina übernahm alle anfallenden pflegerischen Tätigkeiten. Morgens holte sie das Kind ab und betreute es während der Busfahrt und in der Schule. In wenigen Wochen beendet Christina ihr Freiwilliges Jahr und beginnt ein duales Studium. Sie kombiniert eine Erzieherausbildung mit dem Studium der Bildung und Erziehung in der Kindheit.

Das Freiwillige Soziale Jahr sei eine große Bereicherung für junge Menschen und deren Einsatzstellen, betont Nicole Soost, pädagogische Beraterin der Organisation Volunta. „Man bekommt sehr viel zurück und wird mit Dankbarkeit belohnt“, ergänzt Simon. Janina und Christina stimmen kopfnickend zu.

Von Paula Beck und Caroline Ellenberger

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