Anne Haigis gastierte zum dritten Mal im Bad Hersfelder Buchcafé – Neuer Gitarrist

Eine beherzte Interpretin

Eine der besten weiblichen Blues- und Soulstimmen im deutschsprachigen Raum war am Samstagabend im Buchcafé zu hören: Anne Haigis. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Anne Haigis ist seit Jahrzehnten eine der besten Blues- und Soulinterpretinnen im deutschsprachigen Raum. Mit ihrem aktuellen 14. Studio-Album „wanderlust“ (englisch ausgesprochen: „w o n d o l a s t“ – Hinweis der Künstlerin) setzt sie ihr erfolgreiches Bühnenkonzept weiter fort: Eine Stimme, unverwechselbar und gänzlich ausgereift, zwei einsame akustische Gitarren und sehr, sehr viel „Feeling“.

Am Samstagabend gastierte Anne Haigis zum dritten Mal im Bad Hersfelder Buchcafé.

Gemeinsam mit ihrem neuen Begleitmusiker, dem exzellenten jungen Gitarrenvirtuosen Jan Laacks stimmte die 1955 in Rottweil geborene Wahl-Kölnerin neben einer Auswahl von neuen Stücken auch jede Menge altbekannte Klassiker aus ihren früheren Konzert-Tourneen an.

Bei Kerzenschein

Bei Kerzenlicht und elektrischem Feuerschein sang Anne Haigis Lieder auf Deutsch und Englisch von verschiedensten Künstlern, welche häufig auch direkt für sie komponiert wurden, „Kind der Sterne“ von Wolf Maahn und „sweet forgiveness“ von Shannon McNally – um nur einige zu nennen.

Auch auf ihrer neuesten Scheibe befinden sich Songs aus namhafter Feder. Neben Eigenkompositionen haben es auch Lieder von Tom Waits und Tony Joe White auf die neue CD von Anne Haigis geschafft.

Mit ihrer einmalig kräftig-rockig-rauen Gesangsstimme, die aber auch fein und zerbrechlich werden kann, sang Anne Haigis gemeinsam mit Jan Laacks die beeindruckend schönen Melodien ihrer alten und neuen Songs.

Zwischen den einzelnen Liedern nahm sich die symphatische Powerfrau viel Zeit, um ihrem Publikum im lockeren Plauderton die ursprünglichen Geschichten zu erzählen, welche sie zu ihren Songtexten inspirierten.

Das Wort „wanderlust“ ist für Anne Haigis ein Synonym für Fernweh und Sehnsucht. Und selbst, wenn man der englischen Sprache nicht mächtig ist, so kann man an ihrem Gesangsstil doch genau mitfühlen, welche Gefühle die Interpretin gerade ausdrücken möchte.

Für jede einzelne der exzellenten gesanglichen Darbietungen gab es vom Bad Hersfelder Publikum lautstarken und begeisterten Applaus.

Von Werner Rödiger

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