Auftakt der kreisweiten Aktionswoche „Miteinander leben – Demenz verändert…“

Eine Aufgabe für alle

Bei ihrem Rundgang durch die City-Galerie traf die gefühlt gealterte Sabrina Stippich (rechts) auch auf die künftigen examinierten Altenpflegerinnen Cornelia Gremm (links) und Marion Buchholz (3.v.l.), die sich sofort professionell um sie kümmerten. Die 46 und 43 Jahre alten Frauen haben den Schritt in eine neue berufliche Zukunft gewagt und sind Schülerinnen der Schule für Berufe mit Zukunft IFBE med. GmbH in Bad Hersfeld. Fotos Schmidl

Bad Hersfeld. Die Hauptstelle der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg bot den geeigneten Rahmen für die Auftaktveranstaltung der Demenz-Aktionswoche unter der Federführung der Senioren-Beratung Waldhessen. „Ziel dieser Aktionswoche ist es, die Bevölkerung unseres Landkreises – die gesamte Öffentlichkeit – für diese Krankheit zu sensibilisieren“, erklärte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz.

Die „Akte Auguste“

Nach dem Grußwort von Reinhard Faulstich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, gewährten Heike Stippich, Antje Liemen und Dirk Hewig einen Einblick in die „Akte Auguste“, die die erste Begegnung von dem Psychiater Alois Alzheimer mit der später nach ihm bekannten Krankheit thematisiert.

Die sich anschließende Podiumsdiskussion unter dem Leitgedanken „Demenzhilfe im Landkreis – sind Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in unserer Mitte?“ wurde von Kai A. Struthoff, Redaktionsleiter der Hersfelder Zeitung, moderiert.

Zu den Teilnehmern gehörten Brigitte Hoffmann als ehrenamtliche Betreuerin im Demenzprojekt „Perspektiven haben“, Heinrich Stunz als pflegender Angehöriger und Claudia Wachenfeld-Schlander, Mitarbeiterin der Senioren-Beratung Waldhessen.

So lange es geht

Sie informierte vorab über die Krankheit, ihre Auswirkungen auf die Betroffenen selbst, das Familienleben, das gesamte Umfeld und letztendlich die gesamte Gesellschaft. „Wie muss sich die Gesellschaft, jeder Einzelne von uns, verändern oder entwickeln, wenn sich Menschen mit Demenz in unserer Mitte aufgehoben fühlen sollen?“ war eine der drängenden Fragen.

„Solange es geht, die Menschen mit Demenz im familiären Umfeld und in ihrer vertrauten Umgebung betreuen“, rät Dr. Thomas Handke. Pfarrerin Elke Henning von der ev. Stadtkirchengemeinde fragte in dem Zusammenhang nach dem Sinn des Lebens. „Zählt nur Leistung oder dass wir einfach nur da sind“?

In ihrem Schlusswort betonte Elke Künholz, dass der Umgang mit Menschen mit Demenz die Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist.

Ausstellung zum Thema

Im Rahmen dieser Auftaktveranstaltung wurde die Ausstellung „Würde – Leben mit Alzheimer“ eröffnet. Der Förderverein Altershilfe Muldental e.V. stellt die respektvollen Momentaufnahmen von dem freien Journalisten und Fotografen Klaus Peschel und Bilder eines Kunstprojekts von Klaus Arweiler zur Verfügung. Die Ausstellung kann bis zum 15. Oktober 2011 in der Rotunde der Hauptstelle der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Von Gudrun Schmidl

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