Im Freiwilligen Sozialen Jahr die eigene Persönlichkeit erkunden

Einblicke für Einsteiger

Der Rettungdienst in Aktion: Christian Wenzel (21), Janette Rehs (19) und Eva Ringler (19) bereiten sich auf den Einsatz vor Foto: Pistor

hersfeld/Rotenburg. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet Schulabgängern die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren und weiterzubilden. Es umfasst 12, maximal aber 18 Monate. In unserem Landkreis werden derzeit neue Einsatzmöglichkeiten über die Tochtergesellschaft Volunta gGmbH des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Bereich Rettungsdienst und Erste-Hilfe-Ausbildung angeboten. „Im Freiwilligen Jahr lernt man viele Leute kennen, es hat Spaß gemacht, in immer anderen Betrieben eingesetzt zu werden“, strahlt Janette Rehs. „Besonders toll fand ich, dass wir Jugendliche für den Schulsanitätsdienst begeistern konnten.“

Im FSJ für den Bereich Rettungsdienst helfen Freiwillige in Teams bei Krankentransport und Rettung mit, zuvor bildet die DRK-Einrichtung sie zwei Monate zum Rettungshelfer aus und übernimmt hierfür die Kosten. Die sogenannte „Breitenausbildung“ ermöglicht, Erste-Hilfe-Kurse selbsttätig zu leiten. Freiwillige werden hier zwei Monate vor ihrem Einsatz zu Sanitätern ausgebildet. Als Trainer leiten sie dann wie Janette Kurse in Schulen, Betrieben oder für Führerscheinaspiranten.

Sozialkompetenz ist wichtig

Christian Wenzel fügt hinzu, dass man über eine hohe Sozialkompetenz verfügen muss, denn „Du musst mit Leuten umgehen können. Mit allen! Das fängt schon beim Fahren des Rettungswagens an: Manche wollen reden, andere nicht. Das muss man einschätzen lernen.“ Die Praxiserfahrung hilft dabei, selbstständig zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Gerade als Rettungssanitäter wird man bei Einsätzen mit Leben und Tod konfrontiert, Erfahrungen, die auch zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung beitragen. „Es ist ganz anders als in der Schule. Du weißt nie, was Dich erwartet“, sagt Eva Ringler.

Generell bietet das FSJ die Möglichkeit, eigene Interessen auszuloten und durch die staatliche Anerkennung der Tätigkeit die Chancen für Ausbildung und Studium zu verbessern. Die pädagogische Mitarbeiterin Nicole Soost weist darauf hin, dass junge Erwachsene nach einem FSJ aufgrund der Praxiserfahrung informierter und bewusster an die Studienfachwahl herangehen als Schüler, die direkt zur Hochschule wechseln.

Damit die Theorie aber nicht zu kurz kommt, wird das FSJ von einem Seminarprogramm begleitet, das neben der Fachqualifizierung nicht nur Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit fördert, sondern auch die Auseinandersetzung mit der Arbeit zur Aufgabe hat. „Durch die Selbstreflexion im Austausch mit anderen muss man nicht alles mit nach Hause nehmen, was man im Dienst erlebt. Das finde ich beruhigend“, bemerkt DRK-Führungskraft Karl-Georg Dittmar.

38,5 Stunden pro Woche

Die Arbeitszeit beträgt in der Regel 38,5 Stunden pro Woche, manche Einrichtungen vergeben Schicht- und Wochenenddienste.

Bewerber für den Bereich Erste-Hilfe-Ausbildung im kommenden Jahr sollten sich schon frühzeitig um eine Stelle bemühen.

Von Christina Pistor

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