Billige Arbeitskräfte kommen nur noch selten zum Einsatz

Ein-Euro-Jobs: Hohe Hürden für Kommunen

Hersfeld-Rotenburg. Sogenannte „Ein-Euro-Jobber“ werden in den Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kaum noch eingesetzt. Der Grund: Durch das „Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ gelten schon seit etwa einem Jahr strengere Anforderungen an die Einsatzstellen von solchen Arbeitsgelegenheiten und bei der Auswahl der Teilnehmer.

2012 wurden deshalb zunächst alle Ein-Euro-Stellen über den Kreis bei den Städten und Gemeinden nicht mehr besetzt beziehungsweise beendet. In den Kommunen wurden die so genannten Ein-Euro-Jobber etwa für Grünpflegearbeiten oder die Abfallbeseitigung eingesetzt.

Die Arbeitsgelegenheiten müssen nun zusätzlich, von öffentlichem Interesse und wettbewerbsneutral sein (siehe Hintergrund). „Deshalb können Ein-Euro-Jobber nicht mehr bei den Bauhöfen eingesetzt werden“, erklärt Kreissprecher Michael Adam.

„Wir hatten zehn bis 15 Ein-Euro-Jobber, die schon das ein oder andere mehr machen konnten und von denen wir auch einige für Anlerntätigkeiten eingestellt haben“, sagt Rudolf Dahinten, Fachbereichsleiter bei der Stadt Hersfeld. „Wir bedauern, dass diese Möglichkeiten nun wegfallen.“ Mit den Problemen bei der Grünpflege im vergangenen Jahr hätte der Wegfall der Arbeitsgelegenheiten allerdings nichts zu tun, betont er.

Haunetals Bürgermeister Stefan Euler sagt: „Grundsätzlich könnten wir noch auf Ein-Euro-Jobber zurückgreifen, aber die Auflagen sind so hoch, dass es kaum möglich ist.“ 2012 habe man deshalb komplett auf solche Arbeitskräfte verzichtet, für 2013 soll nochmal neu über Möglichkeiten nachgedacht werden. „Das hat sich im Gemeindebild schon bemerkbar gemacht.“

Auch für manchen Ein-Euro-Jobber sei laut Sozialdezernentin Elke Kühnholz, die Neuregelung „einfach sehr schlimm“. ZUM TAGE, SEITE 2, HINTERGRUND

Von Nadine Maaz

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