Architekt Volker Dietz hat einen besonderen Hersfeld-Kalender geschaffen

Eigener Blick auf die Stadt

Architektur und Kunst vermischen sich in allen drei Etagen des Architekturbüros: In der „Art Lounge“ im Dachgeschoss präsentiert Volker Dietz seine Zyklen „Kopfbälle“ auf dem Boden und „Sleep-well-pillows“ an der Wand. In der Hand hält er das Porträt seines Sohnes Moritz. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Der Kunstkalender ist das Erstlingswerk von Volker Dietz mit einem absoluten Bezug zur Stadt Bad Hersfeld. Schwarz-Weiß-Fotos von bekannten Hersfelder Bauwerken oder des Lullusfests bilden die Basis für die zwölf Grafiken, die Dietz, am Computer bearbeitet, eingefärbt und mit Handschrift ergänzt hat.

Herausgekommen ist dabei ein Kalender mit Stadtansichten, die so bunt wie das Angebot dieser Stadt sind.

„Ich möchte den hiesigen Landsleuten und den in den letzten Jahren zahlreich zugezogenen Einwohnern das Heimatbewusstsein auf moderne, zeitgemäß-künstlerische Art näher bringen“, formuliert der Künstler den Anspruch an sich selbst. „Das Brot verdiene ich mit der Architektur und mit Gutachten. Das Herz der Menschen erreiche ich mit der Kunst. Daraus ziehe ich meine Lebensenergie.“ Zusammen mit seiner Frau Kerstin und zwölf weiteren Mitarbeitern betreibt Volker Dietz in Bad Hersfeld ein Architekturbüro, in dem die Kunst einen festen Bestandteil einnimmt.

Bei Libeskind gelernt

1993 wurde er nach seinem abgeschlossenen Architekturstudium an der Fachhochschule Nordostniedersachsen gemeinsam mit elf Kollegen dazu ausgewählt, an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ein zweijähriges Aufbaustudium zu absolvieren. Ein Jahr davon wurde die kleine Truppe persönlich von Star-Architekt Daniel Libeskind unterrichtet und betreut. Dieses intensive Jahr beeinflusst Dietz’ Arbeit mit Thesen aus Geschichte, Kunst, Architektur und Philosophie bis heute.

Seit 1994 macht er mit zahlreichen Einzelausstellungen auf sich aufmerksam, zum Beispiel im Buchcafé, im UFA-Palast in Kassel während der Documenta 11 oder 2009 im Landratsamt Bad Hersfeld, wo seine Bilder, gemalt mit Erde aus der Region, gezeigt wurden.

1997 war er erstmals an einer Gruppenausstellung in der Hersfelder Galerie Schultes beteiligt, der noch viele folgen sollten. Aktuell ist eine Auswahl seiner Bilder im Frühförderzentrum des Klinikums und in der „Familienarche“ in der Vitalisstraße 1 zu sehen.

Ein sichtbarer Beweis seiner Kreativität ist auch das Verwaltungsgebäude der Firma Grenzebach in Bad Hersfeld, mit dessen künstlerischen Gesamtkonzept Volker Dietz und seine Mitarbeiter beauftragt wurden.

Momentan gilt sein größtes Interesse als Künstler allerdings dem „Bad Hersfeld Kunstkalender“, der bei Glockdruck in einer Auflage von tausend Exemplaren hergestellt wird und ab dem 7. November zum Stückpreis von 10 Euro angeboten werden soll.

Nur der Anfang

Dietz betont, dass dieser Kalender nur der Anfang ist: „In Bad Hersfeld gibt es nur wenige Souvenirs und schon lange nichts Neues mehr.“

(Infos zum Kalender unter Telefon 06621/89300 oder www.dietz-kunst.de.)

Von Gudrun Schmidl

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