Abiturienten der Modellschule Obersberg erstmals in Stiftsruine verabschiedet

Den eigenen Weg finden

Abiturfeier in der Stiftsruine: Schulleiter Karsten Backhaus und Peter Speich überreichen die Zeugnisse an die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Modellschule Obersberg, hier an das Bilinguale Profil. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Ein ganz besonderer Ort für einen ganz besonderen Anlass: Die Abiturienten und Fachabiturienten der Modellschule Obersberg sind in diesem Jahr erstmals in der Stiftsruine verabschiedet worden. Für Schulleiter Karten Backhaus erfüllte sich damit ein langgehegter Traum und Schüler, Eltern und Lehrkräfte waren sich anschließend einig, nicht nur eine besonders schöne Feier erlebt zu haben, sondern damit auch eine neue Tradition begründen zu wollen.

Sand im Getriebe sein

Zum Gelingen der Feier trug ganz wesentlich auch Pröpstin Sabine Kropf-Brandau bei, die mit sehr viel Gespür für die Situation der Jugendlichen und Humor eine kurzweilige Festrede hielt. „Seid Sand im Getriebe, nicht Öl“, diesen Spruch, den ihr als junge Schülerin auf dem Obersberg eine verehrte Klassenlehrerin ins Poesiealbum geschrieben hatte, den gab sie auch den jungen Frauen und Männern mit auf den Weg. Natürlich sei es leichter, bequeme Kinder und Jugendliche zu erziehen und zu belehren, räumte sie ein, die Gesellschaft brauche aber Menschen mit eigener Meinung und einem weiten Horizont, die sich nicht immer der Mehrheit anpassten und auch bereit seien, gegen Unrecht anzugehen.

Mit ihrem selbstgeschriebenen Abisong verabschiedeten sich die Abiturienten 2014 in einen neuen Lebensabschnitt.

Den Abiturienten wünschte sie, dass jeder von ihnen den für ihn richtigen Weg finden möge und erzählte dazu die Geschichte eines Pinguins, der an Land wie eine Fehlkonstruktion wirkt, im Wasser aber ein eleganter und pfeilschneller Schwimmer und eben ganz in seinem Element ist.

Fachkräfte werden gebraucht

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt machte den jungen Leuten Mut. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften sei in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, gerade auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, der sich sehr dynamisch entwickelt habe. Er sei einer der Kreise mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit in Hessen, erklärte Schmidt und forderte die Abiturienten auf, in der Region zu bleiben oder nach Abschluss ihrer Ausbildung wieder zurückzukehren: „Sie werden gebraucht, hier in der Heimat“, rief er den Jugendlichen zu und betonte, dass er selbst die Rückkehr nie bereut habe.

Wie in einer Logistik-Region nicht anders zu erwarten lief dann die Ausgabe der Zeugnisse an mehrere hundert Fachabiturienten und Abiturienten des letzten Doppeljahrgangs an der MSO als logistische Meisterleistung ab. Die Schüler saßen in alphabetischer Reihenfolge mit ihren Tutoren in den Sitzreihen und marschierten mal von rechts, mal von links auf die Bühne der Stiftruine.

Blechbläser und Abi-Band

Aufgelockert wurde die Feier durch Musik des Blechbläserensembles der MSO, der Abi-Band mit einem selbst geschriebenen Song und als Überraschung der N’awlins Brassband, die mit dem Vorsitzenden der Vereinigung der ehemaligen Klosterschüler, Matthias Laufer-Klitsch aus der Apsis auf die Bühne marschierte und Stimmung machte. Klitsch überreichte zudem eine Spende von 4000 Euro an Schulleiter Karsten Backhaus. Grußworte sprach zudem Birgit Zilch, die Vorsitzende des Elternverbandes, die auch die Preise an die beiden besten Schüler überreichte (siehe Text links).

Von Christine Zacharias

Abiball der Modellschule Obersberg

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