Biogasanlage wird ausgebaut ›0 Neues Technikum für nachwachsende Rohstoffe

Eichhof als Versuchsdorf

Bad Hersfeld. Der Donnerstag dieser Woche war ein bedeutsames Datum für den Eichhof: Die Bekanntgabe der Landesregierung und des Fraunhofer-Instituts, dass man die Zusammenarbeit in Bad Hersfeld intensivieren werde, erfüllte sowohl Klaus Reinhardt, den Chef im Eichhof, als auch dessen Chef, Andreas Sandhäger, mit Stolz.

„Dies sichert unseren Standort in Bad Hersfeld nachhaltig und betont die Wichtigkeit dieses neuen Betriebszweiges Energie-Erzeugung in der Landwirtschaft.“

Die Biogasanlage des Eichhofs wird ausgebaut und in einem bestehenden Gebäude des Landwirtschaftszentrums wird ein Versuchstechnikum für nachwachsende Rohstoffe eingerichtet. Das Geld kommt aus dem Konjunkturpaket. Drei bis vier dauerhafte zusätzliche Arbeitsstellen erwartet Klaus Reinhardt, der zuständige Abteilungsleiter und Chef im Eichhof, zunächst durch die Teilverlagerung des IWES-Instituts in das Landwirtschaftszentrum. „Dies wird unsere wissenschaftliche Ausrichtung deutlich stärker betonen“, betont Reinhardt.

In einem Fachvortrag vor heimischen Interessenten an regenerativen Energien, an der auch Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke und Kreistagsvorsitzender Horst Hannich teilnahmen, wurden die Chancen aber auch die Grenzen der regenerativen Energien deutlich.

So werden in Deutschland schon 650 000 Hektar mit Energiepflanzen, also Mais oder Getreide genutzt. Eine weitere Million ist Ölpflanzen vom Typ Raps vorbehalten, die der Produktion von Bioethanol dienen.

Der Rahmen für Biogasanlagen ist also eng gesteckt, wenngleich in Hessen noch solche Anlagen gefördert werden. Weder die Windenergie noch die Solartechnik haben hier einen wirklich hohen Stellenwert. Schon eher liegt Hessens Reichtum im Wald.

Biogas als Lückenfüller

Das Fraunhofer-Institut betrachtet das Biogas als wichtige Energiequelle zur Stromerzeugung. Speziell soll es Lücken füllen, wenn an der Küste Windstromanlagen Flaute schieben oder im Süden die Photovoltaik unter bewölktem Himmel nicht die volle Leistung bringen kann.

Dieses Prinzip des Stromaustausches bringt aber eine Gefahr für unseren heimischen Raum mit sich. Damit der Strom zuverlässig fließen kann, müssen neue Stromautobahnen gebaut werden.

Die 380-Kilovolt-Leitung Wahle-Mecklar ist dabei nur der Anfang.

Einziger Ausweg aus dem Mastenwald ist nach Ansicht der Fachleute der Aufbau kommunaler Versorgungsnetze. Und als ein solcher Prototyp soll der gesamte Eichhof im Versuchsbetrieb laufen.

Im Eichhof liefert die Tierhaltung schon seit 30 Jahren die Gülle für die Biogas-Produktion. In einem Motor und der Mikrogasturbine wird das Gas verbrannt. Dabei werden Strom und Nahwärme produziert. Lehrsäle, Labor, Internat und Ferkelaufzucht werden so beheizt. Im Landeslabor werden ständig neue Pflanzen vergoren, um die Gasausbeute zu verbessern.

Von Kurt Hornickel

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