Prunksitzung des TSV Sorga bot beste Unterhaltung und gelebte Integration

Ehrung für den Superfan

Stefan Fuchs (l.) reicht den Stab des Zeremonienmeisters an Steffen Weichgrebe weiter.

Sorga. Diesen Abend wird Holger Merold nicht so schnell vergessen. Nicht nur, weil es mal wieder eine äußerst gelungene Prunksitzung in der Sorgaer Mehrzweckhalle war, die er miterleben durfte – mit anmutigen Tänzerinnen, atemberaubender Akrobatik, zwerchfellerschütternden Büttenreden und urkomischen Männerballetts. Holger Merold wurde an diesem Abend als Superfan des TSV ausgezeichnet.

„Unser Holger“, wie er in Sorga genannt wird, verpasst kein Spiel auf dem Sportplatz und natürlich erst recht keine Karnevalsveranstaltung. Dafür erhielt er ein großes Foto des Elferrats, eigenhändig von allen signiert, und durfte den Rest des Abends neben den Elferräten auf der Bühne verbringen. Sitzungspräsident Andreas Fischer würdigte das als Zeichen gelebter Integration. Denn Holger lebt in den Solzerhöfen, einer Wohnstätte für behinderte Menschen, die sich offenkundig in Sorga und bei den Sorgaern sehr wohl fühlen.

Das geneigte und bestens unterhaltene Publikum erlebte zudem mit, wie die Nachwuchsförderung beim TSV Sorga funktioniert. Weil er selbst in den Elferrat nachrückt, reichte Stefan Fuchs den Stab des Zeremonienmeisters an Steffen Weichgrebe weiter. Der hat den Karneval praktisch mit der Muttermilch eingesogen. Schließlich ist seine Mutter Sonja Bub-Weichgrebe seit vielen Jahren aktive Karnevalistin.

Auch ein närrisches Jubiläum wurde gefeiert: 22 Jahre Weiberfastnacht. Dafür wurde Präsidentin Elke Hildebrand nicht nur vom eigenen Elferrat, sondern auch von den mit großer Delegation anwesenden Kathusern geherzt und geküsst, nachdem man sich gegenseitig versichert hatte, weiter gut zusammenarbeiten zu wollen..

Vor allem aber wurde an diesem Abend ausgelassen Karneval gefeiert. Schon zur Einstimmung hatte das Duo Malibu dafür gesorgt, dass niemand auf den Stühlen sitzen blieb und dass alle die Faschingshits nicht nur mitsingen, sondern sich auch dazu bewegen können.

Wie elegant und artistisch Bewegung sein kann, das führten anschließend die Funkenmariechen Anna Mittendorf und Franziska Gluth, die Kunstturnerinnen des TV Hersfeld, die flotten Tänzerinnen der Hofgarde, die Jimmy Choos mit Beat-Boxer Michael Schulz und Live-Gesang, die Särcher Hummeln, das Solztal-Ballett und die Imperada-Girls vor.

Große Heiterkeit lösten die tapsigen Glatzköp ebenso aus wie Büttenrednerin Sieglinde Wenzel, die von Friedas vergeblicher Suche nach einem Mann berichtete, und Andreas Fischer, der äußerst anschaulich und in allen Details zu berichten wusste, was passiert, wenn man mit unklarer Diagnose ins Krankenhaus kommt.

Krönender Abschluss waren dann Eulalia (Petra Schuster) mit neuen Geschichten von ihrem Jupp und die starken (B)Engel, die eindrucksvoll zeigten, dass auch Männer wirklich tanzen können.

Von Christine Zacharias

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