Die Tafeln in Bad Hersfeld, Bebra und Rotenburg sind für viele eine große Hilfe

Ebbe im Kühlschrank

Über 30 Gäste kamen am Mittwoch zur Weihnachtsfeier ins Café Bilder in Bebra, das sich im Diakonischen Zentrum befindet und nach Schließung der Bebraer Bahnhofsmission seit eineinhalb Jahren neue Anlaufstelle ist. Das Café wird in Zusammenarbeit mit der Caritas organisiert. Es spielte die Flötengruppe unter Leitung von Katrin Lyssewski-Nolte, Dekanin Gisela Strohriegl sprach über die Dunkelheit in vielen Herzen und das Licht, das das Kind in der Krippe in die Welt bringt. Für die Besucher gab es reichlich Plätzchen und Kuchen, aber auch warmes Essen war gefragt. Und jeder bekam ein Päckchen mit nach Hause. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Hersfeld-Rotenburg. Ins Café Bilder kommt Axel jeden Tag. „Da kann man sich schön unterhalten“, erzählt der 51-Jährige, der vor 20 Jahren als Schausteller nach Bebra kam und der Liebe wegen blieb. Heute ist er aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig und lebt allein.

Das Café Bilder im Diakonischen Zentrum in Bebra, wo es immer einen kostenlosen Kaffee, Brot oder auch mal ein Stück Kuchen gibt, und das Angebot der Tafel helfen Axel, über die Runden zu kommen. „Ich bin mit allem zufrieden“, berichtet er. Ohne die Tafel wäre das „verdammt schwierig. Wenn ich die nicht hätte, wäre in meinem Kühlschrank Ebbe.“ Axel hat einen kaputten Rücken. Ohne Schmerztabletten geht gar nichts.

„Die Dankbarkeit ist groß.“

Ottfried Hose von der Tafel Bad Hersfeld

Die Kunden der Bebraer Tafel, die zweimal pro Woche geöffnet ist, bekommen feste Zeiten zugeteilt. In einer halben Stunde werden zehn bis zwölf Personen versorgt, erklärt Inge Ulber. Wer dreimal nicht kommt, fällt raus. Denn es gibt noch eine Warteliste, allerdings keine lange.

Seit sieben Jahren gibt es die Tafel in Bebra. Besonders groß war die Nachfrage während der Konjunkturkrise, seit etwa eineinhalb Jahren hält sie sich auf einem Niveau. Es koste viele Menschen Überwindung, sich anzumelden, erklärt die Tafel-Organisatorin Inge Ulber. Wer Brot, Joghurt und Salat eingepackt habe, verabschiede sich meist schnell. Der Besuch bei der Tafel sei überwiegend schambehaftet.

„Die Menschen sind froh, dass es uns gibt“, sagt auch Ottfried Hose von der Bad Hersfelder Tafel. Die Dankbarkeit sei groß, wenn es auch mal Kaffee gebe. Oder Geschenke für die Kinder. Für zwei Euro pro Erwachsenem bekommen die Familien Ware im Wert von 50 Euro. Das sei für viele eine große Hilfe. Zweimal pro Monat dürften die Berechtigten kommen. Viel Freude hat bei den Kunden der Tafel die Aktion der VR-Bank ausgelöst, die Geschenke für die Kinder gespendet hat. Die Kinder konnten sogar Wünsche äußern.

Spenden sind bei den Tafeln im Kreis immer willkommen, egal ob es Sach- oder Geldspenden sind. Geld wird etwa benötigt, um Benzin für die Autos zu bezahlen oder länger haltbare Lebensmittel, die die Tafeln selten im Angebot haben. In Bebra hat man nach einer Werbeaktion zurzeit genug freiwillige Helfer, in Bad Hersfeld könnte der Fahrdienst noch Unterstützung gebrauchen.

Die Bedürftigen, die sich für ihre Armut schämen, vor allem die älteren, kommen nicht zu den Tafeln. Deshalb gibt es in Bad Hersfeld Überlegungen für eine „aufsuchende Tafel“. Konkret seien die Pläne aber noch nicht, erklärte Ottfried Hose. Hintergrund

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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