Grüne Damen am Klinikum Bad Hersfeld kümmern sich seit 25 Jahren um Patienten

Durchgesetzt mit viel Liebe

Irmgard Günther, Helga Schönewolf und Helga Görig (von links) sind drei der Grünen Damen am Klinikum. Erkennbar sind sie am grünen Kragen ihrer weißen Kittel. Foto: HZ-Archiv

Bad Hersfeld. Sie wollen Wärme und Geborgenheit an Menschen weitergeben, die krank sind und einsam, die in einer Krise stecken und einfach mal jemanden brauchen, der ihnen zuhört. Seit 25 Jahren gibt es am Klinikum Bad Hersfeld die Grünen Damen. 29 ehrenamtliche Krankenhaushelferinnen besuchen regelmäßig Patientinnen und Patienten auf den Stationen oder versorgen sie mit Lesestoff. Am Montag wird das Jubiläum gefeiert.

„Die Menschlichkeit bleibt oft einfach auf der Strecke“, hat Brigitte Kubicek, die Einsatzleiterin der Grünen Damen, immer wieder festgestellt. Deshalb ist es den Grünen Damen ein Anliegen, etwas von ihrer Zeit und Kraft an Menschen zu geben, die diese Zuwendung gut brauchen können. „Wir bekommen kein Geld dafür“, macht Brigitte Kubicek deutlich. Dennoch gehen die ehrenamtlichen Krankenhausmitarbeiterinnen oft genug bereichert nach Hause. „Was sie bekommen am Bett des Patienten, wenn sie Zeit für ihn zeigen, diese Dankbarkeit, das ist weit mehr wert als Geld“, sagt Kubicek und die anderen Damen stimmen ihr zu. „Wenn wir hier rausgehen, haben wir das wunderbare Gefühl, Menschen glücklich gemacht zu haben“, ergänzt Elfriede Liers.

Auch das Pflegepersonal ist dankbar und schätzt die Unterstützung durch die Grünen Damen, die auch mal Wege für die Patienten erledigen oder einkaufen gehen, wenn zum Beispiel ein Unfallopfer von der Autobahn ganz ohne eigene Kleidung im Krankenhaus liegt, weiß Georg Perels, der evangelische Klinikseelsorger.

Das war nicht immer so. Als die Grünen Damen vor 25 Jahren auf Initiative der damaligen Krankenhauspfarrerin Gertrud Matthias mit ihrem Dienst begannen, wurden sie skeptisch, teilweise sogar mit offener Ablehnung empfangen, erinnern sich Erika Metzner und Elfriede Liers, die beide von Anfang an dabei waren. Das Pflegepersonal befürchtete zum einen Konkurrenz und zum anderen, dass die Grünen Damen kontrollieren und Informationen weitergeben sollten.

Doch das war nie das Interesse der Helferinnen. „Wir haben uns durch Liebe, Güte und Kompetenz durchgesetzt“, betont Metzner. Zudem wissen die Damen um die Bedeutung der Verschwiegenheit.

Seelsorger als Ansprechpartner

Wenn ihnen doch einmal etwas auf die Seele drückt, wenn ein Gespräch mit einem Patienten so belastend war, dass sie darüber reden müssen, dann steht Pfarrer Perels als Ansprechpartner zur Verfügung. Er ist es auch, der die monatlichen Treffen der Grünen Damen, Weiterbildungen oder Weihnachtsfeiern organisiert.

Zum Aufgabenbereich der ehrenamtlichen Helferinnen gehört auch die Patientenbibliothek des Klinikums. Zweimal in der Woche packen die „Bücherdamen“ einen großen Wagen voll mit Literatur aller Art und schieben ihn über alle Stationen, um die Patienten mit Lesestoff zu versorgen. Das Geld für die Neubeschaffungen verdienen die Grünen Damen selbst, indem sie regelmäßig einen Bücherbasar veranstalten mit den Büchern, die sie gespendet bekommen.

Sowohl für die Patientbibliothek als auch für die Besuche am Krankenbett können die Grünen Damen übrigens noch gut Verstärkung gebrauchen. Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, kann sich bei Pfarrer Perels im Klinikum melden (Tel. 06621/881055). Ihren Namen haben die Grünen Damen übrigens von der Farbe ihrer Kittel, beziehungsweise des Kittelkragens. Mit einer politischen Überzeugung hat das nichts zu tun, betont Brigitte Kubicek. Die Grünen Damen kümmern sich um alle Patienten, ohne nach Weltanschauung oder Religion zu fragen.

Von Christine Zacharias

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