HZ-Wochenendportrait: Michael Fleck schreibt Bücher über Hersfelder Heilige

Duldsamer im Alter

Schreiber: Michael Fleck stellt am kommenden Freitag, 13. August, sein Buch „Leben und Wundertaten des heiligen Wigbert“ ab 19 Uhr im Konferenzraum der Bad Hersfelder Stadthalle vor. Foto: Broy

Bad Hersfeld. Nicht erst seit Dr. Michael Fleck sich vor drei Jahren in den Ruhestand verabschiedet hat, bestimmen Bücher sein Leben. 5000 vorwiegend antiquarische Werke stehen in den Regalen seiner Wohnung, aufgeteilt auf mehrere Räume. Der ehemalige Latein- und Philosophielehrer, der an der Konrad-Duden- und der Obersbergschule unterrichtet hat, ist selbst Autor und wird am kommenden Freitag sein Buch mit dem Titel „Leben und Wundertaten des heiligen Wigbert“ vorstellen.

Wigbert war ein im Hersfelder Kloster hoch angesehener Angelsachse. Flecks Buch soll Aufschluss über die Biographie des Heiligen geben und Einblicke in das Klosterleben gewähren. Archive mussten durchforstet werden, Handschriften entschlüsselt, historische Hintergründe erschlossen werden. Eine Herausforderung, die der zweite Vorsitzende des Hersfelder Geschichtsverein gerne annahm: „Das war eine schöne Arbeit“, sagt der 68-Jährige, der bereits ein Buch über den Heiligen Lull veröffentlicht hat und derzeit an einem weiteren Band über einen „obskuren Heiligen“ schreibt, wie er verrät.

Fleck stammt aus Fulda und besuchte dort ein humanistisches Gymnasium, bevor er Lehramt studierte. „Ich habe wirklich gerne unterrichtet, auch wenn ich sicher als ein strenger Lehrer galt. Mit dem Alter bin ich aber duldsamer und milder geworden“, sagt er und lächelt. Zum Abschied haben die Schüler ihm ein Kamel geschenkt. „Ich habe im Unterricht oft gesagt: Die Karawane zieht weiter. Das Stofftier aber nicht, das bewahre ich zur Erinnerung an die schönen Jahre auf.“

„Die Karawane zieht weiter. Das Stofftier aber nicht.“

Michael Fleck

Im Arbeitszimmer steht eine Bratsche. „Bis vor einigen Jahren habe ich noch selbst gespielt, aber das habe ich mittlerweile aufgegeben“, sagt Fleck. Um sich von der Arbeit am Schreibtisch zu erholen, zieht es ihn zusammen mit seiner Frau, einer Französin, schon seit 35 Jahren nach Frankreich. „Reisen würde ich zwar nicht als Hobby bezeichnen, aber noch vor einigen Jahren waren wir viel unterwegs, vor allem in Griechenland.“

Auch unterwegs hat Fleck natürlich Bücher im Gepäck. „Erst seit Kurzem kaufe ich übers Internet, viel eher an Straßenständen und in Antiquariaten, auch unterwegs“ sagt der Hersfelder und fügt hinzu: „Mit dicker Tinte würde ich nie meinen Namen reinschreiben, höchstens mit Bleistift. Ich hoffe, dass sich später nochmal jemand daran erfreut, als mein Nachlass gewissermaßen.“

Buchpräsentation

Wer sich für Flecks eigenes Buch interessiert, ist eingeladen, am Freitag, 13. August ab 19 Uhr an der Buchpräsentation im Konferenzraum der Stadthalle Bad Hersfeld teilzunehmen.

Von Sonja Broy

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