Die Galerie im Stift zeigt Bilder, Skulpturen und Keramiken von Bruno Asteggiante-Gande

Düstere Reflexionen

Ingrid Asteggiante-Gande mit einem ihrer Lieblingsbilder aus den Arbeiten ihres 2004 verstorbenen Mannes Bruno: „Die Reis ins Ungewisse“ ist ab morgen im Dachgeschoss der Galerie im Stift zu sehen. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. 30 Jahre lang genoss er das Leben in vollen Zügen und ließ nichts aus. Frauen, Glücksspiel, Alkohol. Dann wurde der Franco-Italiener Bruno Asteggiante-Gande Maler und Bildhauer. Fortan verarbeitete er das Erlebte in Gemälden, Collagen, Skulpturen und Raku-Keramiken.

Mehr als 50 Arbeiten des 2004 im Alter von 65 Jahren verstorbenen Künstlers zeigt die Galerie im Stift in Bad Hersfeld ab dem morgigen Sonntag, 11. März, im Dachgeschoss des Museums. Waren vor gut einem Jahr in der Sparkassen-Hauptstelle an der Dudenstraße nur einige wenige ausgewählte Bilder Asteggiante-Gandes zu sehen, so hat seine Frau Ingrid für die neue Ausstellung mit dem Titel „Traumes Ewigkeit 3“ einen repräsentativen Querschnitt des Gesamtwerkes arrangiert.

Selten dekorativ

Gemein ist diesen Arbeiten ein tiefgehender, mitunter durchdringender Blick auf das Leben und den unweigerlich folgenden Tod. Asteggiante-Gandes Gemälde sind selten dekorativ, sondern eher düster, schwermütig. Dunkle Farben überwiegen. Sie verweigern sich der oberflächlichen Betrachtung, sondern fordern zur Auseinandersetzung heraus und vermitteln die Erkenntnis, dass sich der Künstler die Reflexion seiner lockeren Lebensphase mit Pinsel, Farbe und Ton hart erkämpft hat.

Dass Asteggiante-Gandes vielgestaltiges, aber keineswegs beliebiges Werk in der Region sehr präsent ist – vor kurzem gab es auch Ausstellungen in Fulda und Hünfeld –, ist kein Zufall: 1973 zog er mit seiner Frau von Frankreich nach Bad Hersfeld, lebte von 1977 an für zehn Jahre in Wehrda und bis zu seinem Tode dann in Hünfeld-Mackenzell.

Die Vernissage zur Ausstellung findet morgen ab 11.30 Uhr statt. Ingrid Asteggiante-Gande wird die Arbeit ihres Mannes vorstellen. Dazu spielt der Pianist David Andruss.

Von Karl Schönholtz

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