Drohgebärden, Endspurt und Personalsorgen

Karl Schönholtz

Die Reihe der halberpresserischen Drohgebärden, denen sich die Stadt Bad Hersfeld in letzter Zeit immer öfter ausgesetzt sieht, wurde bei der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Donnerstag um einen Versuch länger. Stellen ortsansässige Unternehmen gerne mal den Fortzug aus der Stadt in Aussicht, falls ihre Wünsche nicht berücksichtigt werden, so geht es bei Vereinen und Institutionen immer gleich um die Existenz. Im konkreten Fall sollten dem Arbeitskreis für Musik 20 000 Euro überwiesen werden, um die sonst unweigerlich drohende Insolvenz abzuwenden. Der Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion scheiterte jedoch schon auf dem Weg in die Tagesordnung: Weil es den Parlamentariern missfiel, dass das Hilfeersuchen über eine Partei und nicht über offizielle Kanäle eingereicht worden war, verfehlte die Initiative die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit und wurde folglich auch nicht behandelt.

In zwei Wochen ist Kommunalwahl. Alle Parteien haben inzwischen die heiße Phase des Wahlkampfs eingeläutet und laden dazu gern prominente Parteifreunde ein, um ihren Botschaften zusätzlich Schub zu verleihen. Außer in der Bad Hersfelder Stadtpolitik mit ihrer „Ein-Parteien-Opposition“ von der NBL ist der Wahlkampf bislang aber relativ ruhig.

Etwas munterer wird es vermutlich beim Bürgermeisterforum unserer Zeitung am kommenden Dienstag in Heringen, wo alle vier Kandidaten erstmals direkt aufeinander treffen. Sogar aus Bad Hersfeld haben „Schlachtenbummler“ ihr Kommen angesagt. Eine gewisse Anspannung ist im Vorfeld schon spürbar. So gibt es Nachfragen nach dem Bühnenaufbau, der Reihenfolge der Redner und der Redezeit – fast so wie bei den Kanzlerdebatten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Munter dreht sich derzeit auch das Personalkarussell in Haunetal, wenngleich nicht unbedingt freiwillig. Nachdem vor kurzem der Bauamtsleiter gekündigt hat, wird nun auch noch die Koordinatorin des inzwischen gut laufenden Mehrgenerationenhauses zurück in die Wirtschaft gehen ... Beide Stellen solllen so schnell wie möglich neu besetzt werden, und zumindest für das Bauamt scheint es schon geeignete Kandidaten zu geben.

Das wäre der Gemeinde auch zu wünschen, denn für eine zusätzliche Stelle in der mehr als gut beschäftigten kleinen Verwaltung war zuletzt niemand gefunden worden.

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