Immer weniger Haushalte mit Kindern – Kreis soll attraktiver für Familien werden

Ein Drittel lebt allein

Hersfeld-Rotenburg. Neben dem Einkommen wurde in einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auch die Größe der Haushalte untersucht. Denn schließlich ist ein Einkommen von 2600 Euro pro Monat für einen Alleinstehenden etwas anderes, als wenn davon eine vierköpfige Familie leben muss.

Nach der Studie lebten im vergangenen Jahr im Kreis Hersfeld-Rotenburg 122 812 Menschen in 56 989 Haushalten. Das statistische Durchschnittsalter im hiesigen Kreis beträgt laut GfK-Studie 50,31 Jahre.

„Ein gewichtiger Faktor ist die Betrachtung der Altersstruktur“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete, Elke Künholz. Es gebe viele Ein-Personen-Haushalte, die nur über ein Renteneinkommen verfügten. Die Renten wiederum würden immer geringer, was ein Problem sei.

Die Singlehaushalte stehen mit 36,37 Prozent auf dem ersten Platz aller Haushalte im Kreis. Danach folgen die Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder mit 32,6 Prozent. Weniger als jeder dritte Haushalt ist ein Mehrpersonenhaushalt mit Kindern: Genau sind es laut GfK-Studie 30,87 Prozent. Auch wenn der Unterschied nicht gravierend ist, geht der Trend wegen des demografischen Wandels eher zu Haushalten ohne Kinder.

„Wir müssen die Betreuungsmöglichkeiten ausbauen, um das Leben im Kreis für junge Menschen und Familien attraktiver zu machen“, erklärt Künholz. Dass Familien im Kreis das Schlusslicht bilden, bestätigt die Studie.

Den höchsten Anteil von Familien mit Kindern findet man in Deutschland in den ländlichen Kreisen: An der Spitze steht das bayerische Landshut. Dagegen bilden Universitätsstädte und Städte wie Berlin und Regensburg, in denen viele junge Menschen leben, das absolute Schlusslicht. Die beiden Städte führen die Liste mit den meisten Singlehaushalten an: Hier leben über die Hälfte der Einwohner in Ein-Personen-Haushalten.

Von den Bundesländern liegt Baden-Württemberg bei den Familien, die Nachwuchs haben, ganz vorne.

Von Magdalena Dräger

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