Roth, Heiderich und Körzell wählen den Bundespräsidenten mit

Drei Stimmen aus dem Kreis für Gauck

Hersfeld-Rotenburg. Bei der morgigen Bundespräsidentenwahl sind Joachim Gauck drei Stimmen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg sicher. Die beiden Bundestagsabgeordneten Michael Roth (SPD) und Helmut Heiderich (CDU) sowie der in Bad Hersfeld lebende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Stefan Körzell, nehmen als Wahlmänner an der Bundesversammlung teil. Sie alle wollen für den 72-jährigen Pastor und Bürgerrechtler stimmen.

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Roth, der Gauck als engagierten Politiklehrer und -erklärer bezeichnet. „Er ist ein Überzeugungstäter im positivsten Sinne.“

Auch Helmut Heiderich sagt, Gauck sei für ihn nicht zweite Wahl, auch wenn er erst im zweiten Anlauf ins Präsidentenamt kommen werde. Obwohl es auch noch andere geeignete Kandidaten für das Amt gegeben hätte, macht Heiderich ein „hohes Maß an Übereinstimmung bei den gesellschaftspolitischen Positionen“ zwischen dem von der SPD vorgeschlagenen Gauck und der CDU aus.

Als Gewerkschafter erwartet DGB-Chef Körzell von Gauck, dass er sich als Präsident „breiter aufstellt“. Gauck müsse sein Themenspektrum erweitern und nun auch zu Fragen wie der sozialen Ungerechtigkeit und Arbeitnehmerrechten Stellung beziehen. Auch zu Hartz- IV und dem gesetzlichen Mindestlohn erwarte er von dem designierten Bundespräsidenten eine „differenzierte Meinung“. Zur Freiheit, von der Gauck immer wieder spricht, gehöre für Körzell auch ein auskömmliches Einkommen.

Alle drei Wahlmänner warnen davor, die Erwartungen an den neuen Präsidenten zu überhöhen. „Gauck ist kein Ersatzkanzler, sondern er kann nur Denkanstöße geben“, meint Michael Roth. Stefan Körzell erinnert angesichts der jüngsten Kritik an Gauck daran, „dass wir niemanden suchen, der unfehlbar ist.“ Helmut Heiderich nennt viele Kritikpunkte sogar scheinheilig und warnt: „Viele erwarten offenbar einen Heiligen in Schloss Bellevue.“ ARTIKEL RECHTS, Seite 2

Von Kai A. Struthoff

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