Der Journalist Hermann Vinke sprach vor Jugendlichen über den Ersten Weltkrieg

Drei kehrten nicht heim

Der Journalist Hermann Vinke (rechts) hatte beim Jugendforum zum Ersten Weltkrieg in der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld aufmerksame Zuhörer. Foto:  Hettenhausen

Bad Hersfeld. Nach seinem liebsten Schulfach musste man Hermann Vinke in der Aula der Konrad-Duden-Schule nicht fragen. Der durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannte Journalist und Autor übertrug seine Begeisterung während seines Vortrags in der Veranstaltungsreihe „Jugendforum KDS“ (Konrad-Duden-Schule) auf die Zuhörer.

Schulleiterin Susanne Hofmann stellte ihn als „einen der bedeutendsten Journalisten Deutschlands“ vor. Vinke war Fernost- und Nordamerika-Korrespondent der ARD, Leiter des ARD-Studios Berlin/Ostdeutschland 1990/91, Programmdirektor Hörfunk bei Radio Bremen und ist ARD-Korrespondent für Osteuropa und das Baltikum.

Nicht aus der Mottenkiste

Vinke machte den jungen Zuhörern deutlich: „Sich mit Geschichte zu beschäftigen, ist kein Griff in die Mottenkiste. Es bedeutet, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, mit ihnen durch vergangene Zeiten zu wandeln.“

Wie ein Gang durch die Geschichte lebendig gestaltet werden kann, demonstrierte Vinke mit seinem Vortrag über den Ersten Weltkrieg. „Das 20. Jahrhundert ist nicht zu verstehen, wenn man diesen Krieg, seinen Ursprung, Verlauf und die Folgen nicht begriffen hat“, sagte er.

Vinke erlebte als Fünfjähriger das Ende des Zweiten Weltkriegs im Emsland.

Nicht zu Ende

An die Geschehnisse, als sein 13-jähriger Bruder starb, an Feuer und Brandgeruch, erinnere er sich, so Vinke. „Der Krieg ist doch noch nicht zu Ende“, habe seine Oma bis an ihr Lebensende behauptet, weil ihre drei Söhne nicht heimgekehrt sind. „Krieg lebt mit allen Verwundungen, Schmerz und Leid weiter in den Herzen der Menschen“, war sein Fazit.

Die Menschen wollen aus der Geschichte lernen, aber sie tun es nicht, schlussfolgerte er.

Deshalb gab er den aufmerksamen Jugendlichen in der KDS folgenden Rat mit auf den Weg: „Beschäftigt euch mit Geschichte. Sie macht euer Leben breiter und hilft euch herauszufinden, worauf es im Leben ankommt.“

Von Vera Hettenhausen

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