Unternehmensinsolvenzen: 2012 wurden 93 Anträge gestellt

Drei große Pleiten, aber kein negativer Trend

Dr. Rolf Schwarz

Hersfeld-Rotenburg. Die Insolvenzanträge von gleich drei größeren Unternehmen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg trüben die Bilanz des Jahres 2012. Doch einen negativen Trend geben die Zahlen, die Dr. Rolf Schwarz, Leiter der Insolvenzabteilung am Amtsgericht Bad Hersfeld, gestern unserer Zeitung mitteilte, nicht her.

Im Gegenteil: Mit der Gesamtzahl von 93 Anträgen war 2012 im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von sieben Fällen zu verzeichnen. „Die wirtschaftliche Lage im Kreis ist also doch nicht so schlecht,“ stellte Dr. Schwarz fest. Auch ein genauerer Blick auf die drei prominenten Firmenpleiten mit vergleichsweise zahlreichen betroffenen Mitarbeitern unterstützt diese Einschätzung.

Bei zwei Gesellschaften der Neuensteiner Firma Relax (Baubetreung und Innenausbau) wird nach wie vor gearbeitet, die 40 Arbeitsplätze konnten erhalten werden. „So wie es aussieht, kann das Unternehmen in einer anderen Gesellschaft fortgeführt werden,“ sagte Dr. Schwarz.

Als Sonderfall sind wohl auch die drei insolventen Gesellschaften des DRK-Kreisverbandes Hersfeld zu betrachten, wo die internen Kontrollmechanismen die Misswirtschaft nicht verhindert haben.

Hier herrscht laut Dr. Schwarz noch keine Klarheit, doch noch laufen alle drei Betriebe im bisherigen Umfang weiter. Betroffen sind 68 Mitarbeiter.

Eher klassisch dagegen die Pleite des Bebraer Möbelhauses Daube, wo einst 70 Menschen beschäftigt waren. Zuletzt hatte man die Belegschaft auf 25 Mitarbeiter reduziert und ihnen schon vor dem Insolvenzantrag gekündigt. Der Ausgang des Verfahrens ist nach Dr. Schwarz „noch offen“.

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Von Karl Schönholtz

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