Schöffengericht verurteilt 25-Jährigen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr

Drauf zu oder dicht dran?

Bad Hersfeld. Die Anklage von Staatsanwalt Heiko Heppe hörte sich schlimm an: Einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr warf er einem 25 Jahre alten Mann aus Bebra vor, der noch dazu versucht haben soll, einen Unglücksfall herbeizuführen.

Der Imbissbetreiber war am 2. Oktober vergangenen Jahres am Rande der Bebraer Kirmes mit seinem Mercedes auf eine die Straße querende Fußgängergruppe zugefahren, hatte erst spät angehalten und war beim Wiederanfahren einer Frau offenbar so bedrohlich nahe gekommen, dass diese sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnte. Unter dem Strich wäre das ein Verbrechenstatbestand gewesen.

In der gestrigen Verhandlung vor dem Schöffengericht in Bad Hersfeld wurde der Fall jedoch nicht so heiß gegessen, wie er gekocht worden war.

Der Angeklagte räumte ein, ein wenig forsch auf die Gruppe zugefahren zu sein, schätze jedoch den Abstand beim Anhalten auf eine halben Meter und nicht nur auf wenige Zentimeter. Auch beim Anfahren habe er ein wenig zu heftig aufs Gaspedal getreten, wodurch die Frau wohl erschrocken sei. Eine Absicht, sie mit dem Auto zu erfassen, habe jedoch nie bestanden.

Einen Anlass dafür gab die Beweislage auch nicht her: Man kannte sich nicht, und dem Vorfall war auch keine Auseinandersetzung voraus gegangen.

Verurteilt wurde der Bebraer wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu 40 Tagessätzen je 20 Euro. Auf seinen Führerschein muss er insgesamt neun Monate verzichten, also jetzt noch vier Monate. Die Höhe der Geldstrafe entsprach den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Von Karl Schönholtz

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