Der Fehlbedarf im Etat 2014 der Stadt Bad Hersfeld steigt um rund 600 000 Euro

Doppik vergrößert Defizit

Bad Hersfeld. Mit der Umstellung von der kameralistischen Buchhführung auf die Doppik war die Stadt Bad Hersfeld im vergangenen Jahr erstaunlich gut zurecht gekommen – obwohl sie neben Heringen die letzte Kommune im Hessenland war, die diesen Schritt – nicht ganz freiwillig – vollzogen hatte.

So wurden im vergangenen Jahr nicht nur zwei komplette Haushaltspläne auf den Weg gebracht – der für 2014 und der für das laufende Jahr –, sondern Bürgermeister Thomas Fehling konnte jüngst auch mit Stolz vermelden, dass der Hersfelder Etat 2015 als erster im Kreis vom Landrat genehmigt worden war.

Auf den ersten Blick wurden diese positiven Nachrichten jetzt getrübt: Im Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung musste Kämmerer Wilfried Herzberg von einem größeren Defizit im Haushalt 2014 berichten als erwartet. Beim Gegenrechnen von Mehreinnahmen und Minderausgaben sowie von Mindereinnahmen und Mehrausgaben war der Fehlbedarf unter dem Strich von 7,7 Millionen auf rund 8,3 Millionen Euro gestiegen.

Zur großen Erleichterung der Parlamentarier konnte Herzberg jedoch erklären, dass es sich nicht um eine substanzielle Verschlechterung handelte, sondern um buchungstechnische Zuordnungen wie etwa Zinsbelastungen: Was früher haushaltstechnisch erst im Folgejahr wirksam wurde und bei der Haushaltsaufstellung entsprechend eingerechnet werden konnte, das muss in der doppischen Buchführung dem jeweiligen Haushaltsjahr direkt zugeordnet werden – in diesem Fall mit unwillkommenenem Ergebnis.

Von Karl Schönholtz

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