Auch Generalbundesanwalt will neuen Prozess

Doppelte Revision im Messerstecher-Fall

Bad Hersfeld/Fulda. Im Fall des 53-jährigen Hersfelders, der nach den Messerstichen gegen seine Ehefrau wegen versuchten Mordes zu einer Haftstrafe von elf Jahren und drei Monaten verurteilt wurde, ist jetzt doppelte Revision beantragt.

Nachdem zunächst die Verteidigung die Aufhebung des Urteils des Fuldaer Schwurgerichts gefordert hatte, will nun auch der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe eine Neuauflage des Prozesses. Dies teilte Rechtsanwalt Jochen Kreissl, der den Angeklagten vertritt, jetzt unserer Zeitung mit.

Der von seiner Frau getrennt lebende Türke hatte die 46-Jährige im Streit um eine geplante Urlaubsreise mit 15 Messerstichen fast umgebracht. Zur Überzeugung der Fuldaer Richter war der Hersfelder dabei planvoll vorgegangen, weil er sich mit zwei Messern im Rucksack auf den Weg zur Wohnung der Frau gemacht hatte.

Hinsichtlich der Mordmerkmale vertreten Anwalt Kreissl und der Bundesanwalt jedoch andere Ansichten und fechten das Urteil an.

„Vieles spricht dafür, dass der Bundesgerichtshof das Urteil aufheben und zur anderweitigen Verhandlung an die zweite Kammer des Landgerichts Fulda zurück verweisen wird“, erklärte Kreissl. So erhalte der Angeklagte die Chance auf ein weiteres und laut Kreissl „hoffentlich faireres“ Verfahren. (ks)

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