Der Lullusfest-Verein schlägt ein größeres Festzelt vor – aber ein Baum steht im Weg

Ein Doppeldecker für Lolls

Der Baum des Anstoßes: Direkt neben der Feuergrube steht der Baum den Expansions-Plänen für das Lullus-Festzelt im Weg. Grüne und SPD wollen den Baum aber nicht einfach so zum Fällen freigeben. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Der Lullusfest-Verein ist angetreten, damit das Hersfelder Heimatfest noch schöner wird. Und größer. Doppelstöckig sogar. Der Verein um Feuermeister Klaus Otto und den 1. Vorsitzenden Stefan Kopetschek schlägt vor, das Festzelt neben der Feuergrube deutlich zu vergrößern. Nur ein Baum stört die hochfliegenden Pläne.

„Nachdem der alte Betreiber aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden ist, gibt es nun die Chance für einen Neuanfang“, sagt Klaus Otto. Der neue Zeltbetreiber, die Braunschweiger Schaustellerfamilie Thomas Bronswyk und Söhne, wäre bereit, ein deutlich größeres Zelt mit erweiterter Bühne, Empore und einer Plexiglasfront für den ungehinderten Blick auf das Lullusfeuer aufzustellen. Die Braunschweiger Firma betreibt ähnliche Zelte bereits in Alsfeld, Fulda und Münster.

Das neue Zelt hätte die Maße 12,5 mal 30 Meter und eine Giebelhöhe von rund elf Metern. Das würde auch den Rauchabzug verbessern. Auf zwei Emporen wären Sitzplätze für knapp 300 Personen. Auf der ebenfalls größeren und technisch aufwändigeren Bühne plant der neue Betreiber bekannte Stimmungsbands auftreten zu lassen, berichten Kopetschek und Otto.

Auch das städtische Lolls-Planungsteam stehe hinter dem neuen Festzelt-Konzept. Einziges Problem: Ein Baum steht im Weg. Der müsste weg. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ist eine entsprechende Beschlussvorlage von Grünen und SPD abgeschmettert worden. Ein Diskussion über das Festzelt-Konzept kam so gar nicht erst zu Stande.

Unverständnis bei der CDU

„Da werden auf dem Wehneberg 1000 Bäume für Windkraftanlagen gefällt, aber der eine Baum auf dem Marktplatz soll geschützt werden“, schimpft CDU-Fraktionschef Gunter Grimm über die Ablehnung von SPD und Grünen.

Dabei habe der einzelne Baum den Festzeltbetreibern schon jetzt immer Probleme gemacht. Er wurde aufwändig in die Zeltkonstruktion integriert. „Die Sicherheit ist aber nicht wirklich garantiert“, warnt Feuermeister Otto, denn die Äste des Baums drückten aufs Zelt. Auch aus Sicherheitsgründe wäre daher das Fällen vertretbar, meinen die Festzelt-Verfechter.

Am 8. September soll es nun einen außerordentliche Sitzung der Lullusfest-Kommission geben, um vielleicht doch noch eine Lösung zu finden. Wenn bis Anfang August die Entscheidung zum Fällen des Baumes fällt, dann könnte es noch in diesem Jahr mit einem größeren Zelt klappen, meinen die beiden Lullusfest-Vereinsvorsitzenden Kopetschek und Otto. Sonst müsste der Festzelt-Doppeldecker bis zum nächsten Jahr in die Warteschleife.

Von Kai A. Struthoff

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