Von Donner und Blitz

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. In der Rhön hat es diese Woche mächtig gegrummelt – zunächst in den Wolken. Donner und Blitz schickten den Sommer in eine Zwangspause. Die Temperaturen waren besonders in den vergangenen Nächten eher einsilbig. Keine Spur von Badewetter, wie wir es eigentlich um diese Jahreszeit erwarten.

Keine Abkühlung, sondern erhitzte Debatten bewirkte das Gegrummel im Biosphärenreservat Rhön. Das Thüringer Umweltministerium versucht, eine Forderung des für die Unesco-Reservate zuständigen Komitees durchzusetzen, die eine Erweiterung der Kern- und Pflegezonen beinhaltet. Die Eigentümer und Nutzer der betroffenen Flächen – Privatleute, Kommunen, Landwirtschaftsbetriebe – laufen dagegen Sturm.

Ministerium und Reservatsverwaltung suchen das Gespräch mit den Leuten und initiierten vor dem eigentlichen Verordnungsverfahren eine extern moderierte Kommunikation. Entwürfe werden vorgestellt, Fristen für Änderungsvorschläge eingeräumt und öffentliche Diskussionsveranstaltungen organisiert. Eine solche fand diese Woche in Bremen statt, und die Emotionen im Publikum schlugen hoch. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Im Gegenteil: Besonders im Geisaer Amt werden Stimmen laut, die fordern, die Region aus dem Biosphärenreservat herauszunehmen. Das MAB-Komitee sollte ernsthaft über seine 1995 (rund vier Jahre nach der Ernennung der Rhön zum Biosphärenreservat) verschärften Richtlinien nachdenken, zumal in der Bundesrepublik diese Auflagen strenger sind als in anderen Ländern.

Ein Gewitter entlud sich auch bei der Vorstandssitzung des Rhönforums. Jener Verein, der sich um Tourismus und Regionalentwicklung in der Thüringer Rhön kümmert, trennte sich von Geschäftsführer Uli Dickas. Seit Anfang März war er erst im Amt. Allzu häufig war er seitdem jedoch nicht zu sehen. Inzwischen laufen Gespräche, um die Nachfolge zu klären. Auf den Nachfolger oder die Nachfolgerin wartet viel Arbeit: Umstrukturierungen in der länderübergreifenden Dachmarke Rhön stehen an. Es bleibt spannend.

Wer kommendes Wochenende Geschichte hautnah erleben möchte, hat dazu beim Keltenfest im Keltendorf bei Sünna Gelegenheit. Da gibt es unter anderem Reit- und Kampfvorführungen, keltische Musik und andere Attraktionen. Wer möchte, kann sich im Bogenschießen oder Hinkelsteinwerfen versuchen. Schauen Sie doch einfach mal vorbei.

stefan.sachs@stz-online.de

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