Neugestaltung des Bad Hersfelder Marktplatzes: Stadtpolitiker reagieren skeptisch

Doch lieber mit Bordstein

Genau bis hier hin: Städteplaner Steffen Rausch (vorne) markiert mit roter Farbe die Verlegung der Busspur auf dem Bad Hersfelder Marktplatz. Die Stadtpolitiker schauen skeptisch zu, ganz links Ober-Skeptiker Werner Zuschlag. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Sie haben keine Ahnung!“, echauffierte sich der Stadtverordnete Werner Zuschlag (Fraktionsgemeinschaft), als der Fuldaer Städteplaner Steffen Rausch die Verlegung der Busspur am Bad Hersfelder Marktplatz mit roter Farbe auf der Fahrbahn markierte. Schon früher hatte Zuschlag gewarnt: „Das geht in die Hose“ (unsere Zeitung berichtete).

Tatsächlich reagierten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt überwiegend skeptisch auf die Vorschläge für eine neue Platzgestaltung auf der Südwestseite von der Einmündung der Uffhäuser Straße bis zum Lingg-Denkmal, die schon nach dem Lullusfest ab Mitte Oktober in die Tat umgesetzt werden soll.

Denn die mit dem Parksuchverkehr, den Reisebussen und den Fahrzeugen der Beschicker des Wochenmarktes einhergehenden Probleme sahen die Stadtpolitiker durch die Pläne Rauschs entweder gar nicht oder nicht wirklich überzeugend gelöst.

• Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens schien einigen Ausschussmitgliedern eine gepflasterte Rinne als Trennlinie zwischen Fahrbahn und Gehweg nicht ausreichend.

„Das funktioniert schon am Neumarkt nicht“, argumentierte Thomas Schaffert (CDU). Auch Ausschussvorsitzender Roland Luley wusste, dass es an Marktttagen an dieser Stelle „drunter und drüber geht“. In Sorge um die Sicherheit der Fußgänger plädierte das Gremium mehrheitlich für einen Bordstein. Eine Entscheidung soll jetzt der Magistrat treffen, der dazu auch den Behindertenbeirat anhören wird.

• Die Busspur ein Stück Richtung Fahrbahn zu verlegen schafft zwar mehr Platz auf dem Gehweg, bringt den Anwohnern jedoch keine Erleichterung, wenn die Fahrzeuge hier bei laufendem Motor (Klimaanlage) weiter auf Touristen und Festspielbesucher warten dürfen. Um dieses Thema soll sich jetzt unabhängig von der Platzgestaltung ebenfalls der Magistrat kümmern.

• Die von Rausch beabsichtigte Reduzierung der Fahrbahn auf 4,50 Meter ohne Trennlinie zwischen den beiden Fahrspuren wurde als lebensfremd kritisiert, weil die meisten Autofahrer dann in der Mitte bleiben würden, ein Vorbeifahren also nur über die Busspur möglich wäre.

Unstrittig ist die Notwendigkeit der Baumaßnahme. Hebungen und Senkungen haben das Pflaster an vielen Stellen in Mitleidenschaft gezogen, auch die Fahrbahn bedarf einer grundhaften Erneuerung.

Die Finanzierung des 300 000 Euro teuren Bauvorhabens, das nicht im städtischen Haushalt verankert ist, soll durch Geld aus der Städtebauförderung als überplanmäßige Ausgabe erfolgen.

Von Karl Schönholtz

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