Sozialausschuss stimmt für die Einführung unabhängig von der geplanten Lulluscard

Nun doch ein Hersfeldpass

Bad Hersfeld. Kommando zurück in Sachen Sozialcard – zumindest vorerst. Eigentlich sollte die bislang wenig genutzte Sozialcard in eine neue „Alleskönner-Karte“ der Stadt integriert werden. Dies war so auch vom Ausschuss für Soziales und Sport beschlossen worden (die HZ berichtete).

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Die Sozialcard läuft nicht

Da die Stadt die Pläne für die Alleskönner-Card – die Lulluscard heißen soll – aber nun erstmal über den Haufen wirft, gab es bei der Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend in der Konrad-Duden-Bibliothek eine Rolle rückwärts. Die Sozialcard soll nun unabhängig erstmal als Hersfeldpass neu aufgelegt werden.

Einen ersten Flyer-Entwurf für die öffentliche Bewerbung der Lulluscard gab es zwar bereits. Aber abgesehen davon, dass dieser Entwurf Bürgermeister Thomas Fehling überhaupt nicht gefiel („Den können Sie in den Schredder werfen“) und er nun Kurdirektor Christian Mayer mit dem Marketing beauftragen will, ist das Projekt Alleskönner- oder Lulluscard vorerst gestoppt. Es fällt dem finanziellen Streichorchester zum Opfer, das aufgrund der Gewerbesteuerausfälle notwendig wird.

„Momentan nicht leistbar“

„Die Karte ist nicht komplett gestorben, das Projekt ist verschoben und momentan einfach nicht leistbar“, begründete Fehling die Entscheidung mit der „neuen Situation“. Es gebe derzeit andere, wichtigere Projekte und dazu stehe er auch, so der Bürgermeister. Vorgesehene 10 000 Euro für das Projekt sind aus dem aktuellen Haushalt gestrichen worden.

Bei einigen Ausschussmitgliedern rief Fehlings Verkündung sichtlich Unmut hervor. Sie waren der Meinung, dass die Stadt sich zu wenig um die Umsetzung der Lulluscard gekümmert habe und Beschlüsse des Ausschusses nicht umgesetzt würden. „Die Stadt bremst die Verordneten aus“, meinte dazu ein Zuhörer.

Nach einer kurzen Diskussion wurde schließlich einstimmig dafür gestimmt, den ursprünglichen Beschluss von März zur Integration der Sozialcard in die neue Alleskönner-Karte aufzuheben und vorerst die Sozialcard als Hersfeldpass neu einzuführen und besser zu bewerben. Dafür vorgesehene 10 000 Euro aus dem letzten Haushalt sind vorhanden und müssen reichen. „Ich habe das Gefühl, das wird sonst nichts mehr“, hatte der Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Sport, Thomas Klessa, vor der Abstimmung gesagt.

Der neue Titel Hersfeldpass, die zukünftige Ansiedlung bei der Stadt statt bei den Stadtwerken und eine bessere Bewerbung sollen die Karte mit Vergünstigungen für Bedürftige populärer machen und die Nutzer nicht stigmatisieren. Technische Details gilt es noch zu klären. Das Ziel, die Lulluscard irgendwann einzuführen, soll bestehen bleiben, sodass eine Integration später immer noch erfolgen könne.

Von Nadine Maaz

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