Matthias Noack ist der neue Vorsteher des Finanzamts Bad Hersfeld-Rotenburg

Die Distanz verringern

Matthias Noack (rechts) ist der neue Vorsteher des Finanzamts Bad Hersfeld-Rotenburg. Mit aufs Foto bat er Wolfgang Curth, den Vorsitzenden Gesamtpersonalrats. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Eigentlich könnte Matthias Noack auch pendeln. Doch anstatt sich jeden Morgen ins Auto zu setzen oder in den Zug von Kassel nach Bad Hersfeld hat sich der neue Vorsteher des Finanzamts Hersfeld-Rotenburg auf seine neue zweite Heimat eingelassen. Dreimal war er dieses Jahr schon in den Festspielen, frühmorgens zieht er gerne im Geistalbad seine Bahnen und einen Besuch des Museums im Stift hat er sich ebenfalls vorgenommen. Nur am Wochenende lebt der Vater von zwei Kindern bei der Familie in Kassel.

Erst mal kennenlernen

Noch befindet sich Noack an seiner neuen Arbeitsstelle in der Phase des Kennenlernens. „Ich habe nicht vor, hier alles auf den Kopf zu stellen“, sagt er im Wissen, dass die 189 Mitarbeiter der zweigeteilten Behörde ohnehin schon stark belastet sind wie etwa durch die laufende Einführung eines bundeseinheitlichen EDV-Systems namens „Konsens“. Veränderungen kämen von ganz alleine, sagt Noack, „aber natürlich muss ich sie mit anstoßen.“

Allerdings ist es ihm ein Anliegen, dass sich die Distanz zwischen denen, die im Finanzamt ihre Arbeit tun und den Steuerbürgern verringert. Zwar sei ein Finanzamt zunächst sogenannte Eingriffsverwaltung, die nach Recht und Gesetz Steuern festzusetzen habe. „Wir wollen aber auch sehr guten Bürgerservice anbieten“, versichert Noack und nennt als Beispiele die Beratungsstellen im Eingangsbereich, wo speziell geschultes Personal auf (fast) alle Fragen eine Antwort hat. Durch die Einrichtung dieser „Finanzservicestellen“ (FIS) haben sich auch die Abläufe innerhalb des Amtes verbessert, weil Besucher nicht mehr alleine auf den für sie zuständigen Sachbearbeiter angewiesen sind.

Im vergangenen Jahr wurden die FIS in Bad Hersfeld und Rotenburg 13 401- beziehungsweise 7584mal in Anspruch genommen. Der Service funktioniert auch telefonisch, heißt dann T-FIS, und verzeichnete 2012 für beide Dienststellen zusammen mehr als 41 000 Anrufe.

Auch zum Fall des Steuersünders Uli Hoeneß hat Noack natürlich eine Meinung, doch die behält er mangels Zuständigkeit für sich. Mit Blick auf den Präsidenten des FC Bayern, der nach einer ungenügenden Selbstanzeige mit einer Anklage rechnen muss, stellt er jedoch fest: „Es ist immer gut, wenn man den Schritt in die Steuerehrlichkeit geht.“

Am 30. Juli wird Matthias Noack durch Hessens Finanzminister Thomas Schäfer dann auch offiziell in sein Amt eingeführt. Der feierliche Akt findet übrigens nicht im Finanzamt statt, sondern gleich nebenan in der Stiftsruine. zur person

Von Karl Schönholtz

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