Peter Rödiger (73) und Joel Dohrmann (59) verbindet eine 40-jährige Freundschaft

Distanz ist kein Hindernis

Abschied 1995 auf dem Flughafen O’Hare in Chicago. Foto: privat

Eitra. „Trotz der großen Distanz, die uns trennt, könnte ich mir keinen engeren Freund vorstellen.“ Peter Rödiger erzählt stolz von seiner rund 40 Jahre währenden Freundschaft zu Joel Dohrmann aus der Kleinstadt De Witt im US-Bundesstaat Iowa, der ihn für zwei Wochen in Eitra besucht.

In den McPheeters Barracks, der früheren Militärkaserne der US-Armee im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft, lernten sich die beiden 1974 durch gemeinsame Bekannte kennen. „Ich lud damals oft amerikanische Soldaten an Weihnachten und anderen Feiertagen zu mir nach Hause ein, weil es in der Kaserne sehr einsam war“, erklärt Peter Rödiger. Dabei entwickelte sich besonders zwischen ihm und Joel Dohrmann in den folgenden Jahren eine enge Freundschaft. „Wir interessieren uns beide sehr für Autos und hatten eine tolle Zeit zusammen. Peters Frau und Kinder waren damals wie eine zweite Familie für mich“, meint Joel Dohrmann, dessen Vorfahren selbst im Jahr 1860 von Schleswig-Holstein in die USA ausgewandert waren. In ihrer Freizeit verbrachten die beiden jede freie Minute zusammen und hielten nach dem Ende von Joels Wehrdienst über die folgenden vier Jahrzehnte ständigen Telefon- und Briefkontakt.

Zündapp per Post verschickt

Ein besonderes Geschenk machte Peter Rödiger seinem Freund, indem er ihm gemeinsam mit einem weiteren Freund ein Motorrad der Marke Zündapp per Post nach Amerika schickte. „Wir zerlegten es hier in alle Einzelteile und schickten diese separat voneinander in die USA. Joel baute es dort wieder Stück für Stück zusammen.“

Nach einem Besuch des Amerikaners 1984 in Eitra revanchierte sich Peter Rödiger 1995 und verbrachte zwei Wochen mit Joel und seiner Familie auf dessen Farm in Iowa.

Fahrt auf dem Mississippi

Ein besonderes Erlebnis auf dieser Reise war die Fahrt mit einem historischen Schaufelraddampfer auf dem Mississippi River, der etwa zwanzig Meilen von Joels Heimatstadt entfernt liegt. „Man kann sich nicht vorstellen, wie breit der Fluss ist“, erzählt Peter Rödiger. Sie nahmen außerdem an einem Treffen des „American Jeepster Club“ im Nachbarstaat Wisconsin teil. „Ich hatte damals einen Jeep und deshalb hat Joel mich angemeldet“, erklärt Peter Rödiger weiter. „Alle Teilnehmer waren neugierig auf uns Deutsche.“ Am liebsten wäre er damals gleich in den USA geblieben. Sogar eine zum Verkauf stehende Farm hatte er sich schon angeschaut. „Ich liebe das Land und die Menschen.“

Bei Joels gegenwärtigem Aufenthalt in Deutschland besuchten sie das Erlebnisbergwerk in Merkers. „Das war sehr beeindruckend. Ich mag Deutschland, besonders die historischen Orte“, meint Joel. Peter Rödiger plant in der Zwischenzeit schon Ausflüge für dessen nächsten Besuch. „Da möchte ich mit ihm nach Österreich fahren.“

Von Nicole Wagner

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