Die Diskussion danach und Warten auf Wedel

Karl Schönholtz

Eine „Hegida“-Demo hatten wir in Bad Hersfeld glücklicherweise noch nicht. Doch dass es auch bei uns ein gewisses Potenzial für eine solche Bewegung geben könnte – nun, das würde niemanden überraschen. Deswegen ist die Podiumsdiskussion gegen die „Fischer vom rechten Rand“, die am Montagabend in der Stadthalle stattfindet, schon deswegen interessant, weil sie die Problematik thematisieren und damit öffentlich machen wird. „Gesicht zeigen“, sagte einer der Veranstalter von DGB, Ausländerbeirat und Bündnis für Demokratie und gegen Fremdenfeindlichkeit. Zu Wort gemeldet hat sich im Vorfeld auch die heimische AfD, die mit der Pegida nicht in einen Topf geworfen werden möchte. Auch hätte man gerne auf dem Podium mitdiskutiert, ist aber nicht eingeladen worden. Der brisanteste und am wenigsten vorhersehbare Teil des Abends wird am Montag vermutlich erst dann stattfinden, wenn auch das Publikum zu Wort kommt. Wir hören für Sie genau hin.

Dass auch die Schilde-Halle in Bad Hersfeld vorläufig noch ein Zuschussbetrieb bleibt, ist kein Geheimnis. Doch die Entwicklung verläuft derzeit klar zum Besseren, die „Eventlocation“ im Schilde-Park ist dabei, sich als attraktiver Veranstaltungsort in der Mitte Deutschlands zu etablieren. Dabei spielt es auch eine Rolle, dass die Halle etwas bietet, indem sie nichts bietet. Denn dass der Kunde hier immer einen leeren Raum mietet – ohne Bühne, Bestuhlung etc. –, das wurde vor noch gar nicht langer Zeit heftig kritisiert und als Wettbewerbsnachteil empfunden. Hallen-Managerin Anne Groß weiß es es allerdings besser: Der nackte Raum ist in Wirklichkeit multifunktional und eröffnet kreativen Ideen alle Möglichkeiten. Denn natürlich kann jeder Kunde die gewünschte Ausstattung dazu buchen – ganz individuell. Feste Installationen würden die Flexibilität hingegen einschränken.

Bei dem Sch...wetter kauft doch niemand Festspielkarten, sagte mir vor ein paar Jahren im Januar/Februar mal ein Mitarbeiter der Verwaltung und sehnte zugleich den Tag herbei, an dem der damalige Intendant die Namen seiner Hauptdarsteller bekannt geben und damit den Vorverkauf wieder ankurbeln würde.

Auch heute fällt es beim Blick nach draußen schwer, an laue Sommerabende unter dem Zeltdach der Stiftsruine zu denken. Aber natürlich sind auch wir gespannt wie die Flitzebögen, mit welchen Stars von Film, Mattscheibe und Bühne Dieter Wedel aufwarten wird. Dem Vernehmen nach müssen wir uns jedoch noch etwas in Geduld fassen – es wird wohl Mitte März werden. Immerhin: Das Programm für den Eichhof wird schon früher präsentiert.

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