250 Dinge, die wir an der Region mögen: Der tote Baum – Teil 4 der neuen Serie

Brand zerstört Eiche

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Die Eiche im Winter 1961 (links). Der Alarmzug der Bad Hersfelder Feuerwehr beim Ablöschen des Baumes (Mitte). Oben auf der Leiter Hans Willhardt mit dem Strahlrohr, in der Mitte Hans-Heinrich Jäger und unten Arno Bingel. Rechts die traurigen Reste des einstmals stolzen Naturdenkmals.

LUDWIGSAU. In unmittelbarer Nähe zur mittlerweile international bekannten Fliegergedenkstätte im Forst bei Friedlos, steht eine Eichen- Baumruine. Der 1000-jährige Baum wurde am 13. Februar 1973 von Brandstiftern angezündet und brannte vollkommen aus.

Der Alarmzug der Feuerwehr Bad Hersfeld rückte an und löschte das Feuer. Einer der Kameraden, die bei dem damaligen Löscheinsatz dabei waren, ist Bäckermeister Hans-Heinrich Jäger, den Hersfeldern besser bekannt als der „Jägersch Heini“. Er erinnert sich: „Als wir am Einsatzort eintrafen, war nichts mehr zu machen, wir konnten nur noch das Feuer löschen, der schöne alte Baum war völlig ausgebrannt, schade“.

Arno Bingel, damals Mitglied im Alarmzug, ein weiterer Zeitzeuge erinnert sich an den Einsatz vor fast 40 Jahren: „Die alte Eiche war total ausgebrannt. Die Eulen, die im Stamm ihre Brutstätte hatten, waren verschwunden. Ob sie verbrannt waren oder rechtzeitig die Flucht ergreifen konnten, wer weiß? Ans Strahlrohr durfte damals nur der Alarmzugführer Hans Willhardt selbst, der ließ sich das nicht nehmen“, so die Aussage des lächelnden Arno Bingel.

Insgesamt waren vier Kameraden der Wehr Bad Hersfeld im Einsatz, Gerd Katzer, Arno Bingel, Hans-Heinrich Jäger und der leider schon verstorbene Hans Willhardt.

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Der damalige Revierförster Kurt Tiede erinnert sich, dass er einige Male an der alten Eiche spielende Kinder antraf, die auch schon mal ein Lagerfeuer angezündet hatten. Dies habe er aber unterbunden und die Kinder ermahnt das zu lassen. Ob die dann auch später das Feuer im Stamm des Baumes gelegt haben, konnte man nicht beweisen. Kurt Tiede erinnert sich, dass am ausgebrannten Baum noch ein Ast unversehrt war und dieser im Folgejahr noch mal ausgetrieben hatte, aber schon ein Jahr später war auch dieses letzte Aufbäumen des Baumes gegen den Tod vorbei.

Der ehemalige HZ-Reporter Wilhelm Bleitner schrieb im Lokalteil damals Folgendes: „Tausend Jahre wurde diese Eiche alt, so schätzt man, Wind und Wetterschläge haben ihr nichts anhaben können, bis ein paar Rowdies im 20. Jahrhundert kamen, und den prächtigen Baum in einen Torso verwandelten. Solches geschah in diesen Tagen im Wald bei Friedlos, wo zahllose Wanderer sich an dem unter Naturschutz stehenden Baum erfreuten. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld löschten die Trümmer ab. Zu retten gab es dort nichts mehr“.

Dieses Ereignis geschah im 210. Jahr des Bestehens der Hersfelder Zeitung.

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