Festspielintendant Freytag kontert Bock-Kritik

„Dinge ermöglichen, nicht zerreden“

Bad Hersfeld. Politik habe auch in einer kleinen Stadt die Aufgabe, Dinge zu ermöglichen und nicht zu erreden. Mit dieser Aussage kontert Intendant Holk Freytag die Aussagen des NBL-Stadtverordneten Michael Bock, der im Kulturausschuss das Marketing der Bad Hersfelder Festspiele und den Intendanten heftig kritisiert hatte (siehe unsere Zeitung von gestern).

In Holk Freytags Stellungnahme heißt es wörtlich: „Ich gratuliere Herrn Bock zu seinem feinen Gespür für Timing. Pünktlich zu Beginn der Proben (...), wenn die Stadt wieder über 100 Künstlerinnen und Künstler willkommen heißt, wiederholt er seine von keiner Sachkenntnis getrübten Angriffe auf die Festspiele im Allgemeinen, die Agentur Eskom im Besonderen und auf mich im ganz Speziellen.

Dabei erlaube ich mir zu bemerken, dass Herr Bock es in drei Jahren trotz mehrfacher Einladungen nicht einmal für nötig befunden hat, sich mit mir zu unterhalten. Es ist natürlich auch viel einfacher, auf jemanden drauf zu hauen, den man nicht kennt. (...) Die verschiedensten Äußerungen zur Agentur Eskom erfüllen inzwischen allmählich den Tatbestand des Rufmords. Auch hier wäre ein genauer Blick hinter die Kulissen der Stadtverwaltung hilfreich.“

Freytags Appell zum Schluss seiner Erklärung: „Ich hoffe, dass alle Beteiligten das Wochenende zur Beruhigung nutzen, um die wunderbaren Sänger, Tänzer, Schauspieler und Musikanten in der kommenden Woche um so entspannter und freundlicher zu empfangen.“

Auch der Ausschuss-Vorsitzende Dr. Thomas Handke bezeichnete Bocks Äußerungen in einer Stellungnahme als „völlig überzogen und unberechtigt“.

Bocks Kritik, so Handke weiter, zerstöre den bisherigen Konsens der Parten, die Festspiele zu stützen und konstruktiv zu begleiten. Holk Freytag sei zudem ein Theatermann, der „Akzente setzt, die wir auch brauchen, um nicht im Mittelmaß des Mainstream unterzugehen.“ (red/ks)

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