250 Dinge (92): Der Mühlberg

Mein Haus am Fuße des Eisenbergs ist nach Süden hin großzügig verglast, sodass ich immer einen Blick auf den Mühlberg habe. Mit ihm erlebe ich intensiv die wechselnden Jahreszeiten: Im Frühjahr sprießt das junge Grün von Birken und Buchen. Weiße Tupfer von blühenden Wildkirschen setzen fröhliche Akzente. Im Sommer überrascht die Vielzahl der Grüntöne.

Die Krönung des Farbenspiels kommt im Herbst. Die Buchen färben sich erst dunkelrot, dann leuchtend gelb. Birken und Lärchen erstrahlen in hellem Gold. Später blitzt die nun tiefer stehende Wintersonne zwischen den Baumstämmen auf dem Bergkamm hindurch und auch der Mond ist zu dieser Zeit besonders voll und schön, oft von leuchtendem Abendrot umrahmt. Und immer ist alles von einer wohltuenden Ruhe begleitet. Bis auf zwei Ausnahmen – wenn im Frühjahr und Herbst die Kraniche in ihre Sommer- oder Winterquartiere ziehen – ein überwältigendes Erlebnis. Dieses innige und direkte Erleben der Natur gibt mir ein dankbares Gefühl für meine neue Heimat. Fotos: Karl-Heinz Schmiedel

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