Bad Hersfelder Festspiele: Ex-Intendantin Elke Hesse zu Besuch in der Stiftsruine

Diesmal flossen Tränen

Ganz entspannt zurück in Bad Hersfeld: Ex-Intendantin Elke Hesse kam mit neuer Frisur zum Festspiel-Besuch. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Als sich Elke Hesse im vergangenen Sommer nach vierjähriger Intendanz von Bad Hersfeld und den Festspielen verabschiedete, flossen bei ihr noch keine Tränen. Die kamen erst, als sie jetzt wieder in der Stiftsruine saß. Bei der Wiederaufnahme der grandiosen „West Side Story“ war ihr dann doch ganz sentimental zumute. „Aber das waren Freudentränen,“ sagt sie, denn die fünftägige Stippvisite bei „ihren“ Festspielen ging ganz ohne Wehmut vonstatten.

„Das war toll, eine neue Sichtweise der Ruine“

Elke Hesse über die „Sommergäste“

Schon während der Fahrt nach Bad Hersfeld sei sie voller Vorfreude gewesen, erzählt Elke Hesse, und habe mit ihrer Begleiterin und seinerzeitigen Assistentin Sophie Felbermaier gemeinsame Festspiel-Erlebnisse Revue passieren lassen. Natürlich Torsten Fischers gefeierte „Faust“-Inszenierungen und die „kürzeste Dreigroschenoper aller Zeiten“, als sich der eigentliche Regisseur völlig verzettelt hatte und ein erfahrener Kollege die Produktion gerade noch retten konnte.

Bis auf das „Carmen“-Musical hat sich Elke Hesse am vergangenen Wochenende alles angeschaut und war insbesondere von den „Sommergästen“ begeistert. „Das war ganz toll, eine neue Sichtweise der Ruine“, schwärmt sie und spricht vom „Ping-Pong“ der über die gesamte Breite der Bühne positionierten Protagonisten.

Mit ihrem Nachfolger Holk Freytag, zu dem sie ein sehr entspanntes Verhältnis „ohne Vorbehalte, ohne Rivalitäten“ pflegt, hat sich Elke Hesse ebenfalls getroffen und während des angeregten Erfahrungsaustauschs sei aus einem „lustigen Abend“ eine lange Nacht geworden.

Mit einer neuen Intendanz ist es für Elke Hesse zwar bislang nichts geworden, doch der berufliche Stress war für sie seit März genauso groß wie bei den Festspielen. „Ich arbeite als freie Produzentin und habe in dieser Zeit an fünf Projekten gleichzeitig gearbeitet,“ erzählt sie. Dabei sei es nicht nur um Theater, sondern auch um Performance-Veranstaltungen und bildende Kunst gegangen.

Bald Geschäftsführerin?

Ganz aktuell hat sie das Angebot erhalten, Geschäftsführerin im künstlerischen Bereich tätigen Agentur in Wien zu werden. Das würde gut passen, den Hesses Sohn Valentin kommt jetzt in die Schule.

Den Kontakt nach Bad Hersfeld wird Elke Hesse auch in Zukunft nicht abreißen lassen. Dazu war ihre Zeit bei den Festspielen zu intensiv. Das haben auch die vielen Gespräche und Begegnungen während des vergangenen Wochenendes gezeigt, als sie im Städtchen kaum zehn Schritte gehen konnte, ohne einen weiteren „alten Bekannten“ zu treffen.

Von Karl Schönholtz

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